Future Lab goes Manga

Heute ein selbstdarstellerischer Artikel aus dem Bereich „Wie man völlig unverhofft einen super Job absahnt“ in dem ich meine geheime Identität enthülle. Dieser Artikel wird wohl vorallem diejenigen interessieren, die selber versuchen in der Mangaszene beruflich tätig zu werden.

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Und mit diesem Outing folgt ein völlig anderer Artikel, der vielleicht nicht in das übliche Schema dieses Blogs passt, wie mir sicher einige ankreiden werden.
Viel Spaß dabei.
Angefangen hat dieses mir zugeteilte Projekt “Future Lab Design” mit meinem gestalterischen Praktikum am Überseemuseum Bremen. Ja, jetzt habe ich meinen temporären Aufenthaltsort für drei Monate verraten.

Wen es interessiert, die gesamte Arbeitszeit am Future Lab umfasste lediglich zwei bis drei Wochen. Es war ein sehr spontanes Projektangebot. Jedenfalls wurde ich angesprochen, ob ich als Mangainteressierte Zeichnerin (Ja, das war allen hinreichend bekannt) die Wände des Forschungsraumes der Sonderausstellung “Abenteurer, Entdecker, Forscher” gestalten möchte. Eine Gelegenheit erneut unter Beweis stellen zu können, dass Manga Kunst sind, lasse ich mir selten entgehen, insofern stürzte ich mich freudig in die Arbeit…

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Zunächst habe ich mich informiert, welche Exponate dort ausgestellt werden, um mich thematisch darauf einstellen zu können. Schließlich kam ich zu dem Konzept ein Forschungslabor zu gestalten, das in einem Raumschiff imWeltraum schwebt, welchen man durch weite Fenster sehen kann. Das mag abgehoben klingen, … ist es auch.

Zunächst wurde das Originalbild für die dafür vorgesehene Wand gezeichnet:

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Nachdem ich jetzt als Fan von Neon Genesis Evangelion geoutet bin, gehen wir zum nächsten Schritt über. Ihr merkt schon, das ist ein Schnelldurchlauf. Also zur Klarstellung, Arbeitszeit für das Bild: 2 Stunden. Das Ganze wurde anschließend mithilfe eines Beamers auf die Wand zu übertragen:

Grafik2.

Arbeitszeit: 1 Tag, wie man auf den auf dem schlecht erkennbaren, letzten Bild anhand des Sonnenstandes klugscheißermäßig erraten könnte. Danach wurde die Vorzeichnung mit schwarzer Wandfarbe übergemalt, wobei mir meine beste Freundin Meryl tatkräftig zur Seite stand:

Grafik4.

Das war wohl einer der nervenaufreibensten Teile der Arbeit. Ein kleiner Tipp falls ihr jemals vorhabt ein Bild in solchem Ausmaß an die Wand zu bringen, kauft Pflaster auf Vorrat. Beim ständigen über die Wand wischen schürft sich ganz gut Haut ab…

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Parallel dazu wurde der Rest des Raumes nach meinem zuvor festgelegten Konzept von Kselia gestaltet:

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Die Streifen für Zeichenspiegel, welche später angebracht wurden, verbrauchten einiges an Kreppband…

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Zeitliche Einordnung in Ermangelung eines Zeitstreifens: letzter Tag der dritten Woche. Zu guter Letzt bekamen wir wenige Stunden bevor wir den Raum zu räumen hatten, noch einige Änderungsvorschläge. Dank der Unterstützung meiner fleißigen Freunde wurden wir auch damit glücklicherweise noch rechtzeitig fertig.

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Die Kamera (Nein, es ist keine Dusche) war zuerst als Gag gedacht, um Besucher “am Beschädigen der Exponate zu hindern”. Wir behielten sie aus Lust an der Freude bei.

Im Nachhinein bin ich froh über das Ergebnis. Alle die sich für Abenteuergeschichten, Forscherentdeckungen und meine Arbeit interessieren, können die Austellung vom 06.10.2012 bis zum 17.02.2013 besuchen und dort so einiges “entdecken”. Zum Beispiel haben Meryl, Kseli und ich uns die Freiheit herausgenommen ein paar Easter Eggs im Raum unterbringen. Wer Brony, Douglas-Adams-fan oder Otaku ist, wird daran vielleicht Freude finden.

Links

(Eine Ausstellung wird aufgebaut) Radio-Interview mit mir alias Maren und Meryl alias Linda ganz am Ende

Die Seite des Museums

Facebookseite des Museums

Fotograf und Mentor ;)

Epilog:

Vielen Dank an euch für die Zeit, die ihr euch für diesen Artikel genommen habt und alle, die mitgeholfen und uns unterstützt haben und hier nicht genannt wurden (darunter u.a. die Designer für ihren Glauben an unsere Arbeit, die Materialien und Tipps; die Presseabteilung für die vielen “Anschläge”; dem Fotografen für das Leihen seiner Ausrüstung und die Nutzung des Fotostudios und die Präparatoren für die Materialien und die Mithilfe bei dem “Pony”).

Für alle, die es jetzt immer noch nicht verstanden haben:
Ja, Ihr wisst jetzt meinen bürgerlichen Namen. Herzlichen Glückwunsch! (Los, gebt es in die nächstbeste Suchmaschine eurer Wahl ein und habt Spaß beim stalken!)

5 Gedanken zu “Future Lab goes Manga

  1. Oh shit, real life Gesichter auf meinem Blog! Schau doch nur mal, wie du sofort alle Kommentatoren verschreckt hast, was eigentlich echt schade ist. Fühlen die Leute sich etwa gleich so bedroht, wenn es mal jemand schafft, aus seinem Hobby etwas sinnvolles zu machen? Ich meine wow, ich bin echt beeindruckt, was du da geleistet hast. Einfach schön wenn Leute aus ihrem Hobby heraus auch wirklich mal etwas sinnvolles schaffen können.

  2. Ei voll cool. Hätte auch gerne einmal das Glück eines meiner Zeichnungen irgendwo in meiner Stadt an der Wand zu sehen. Das da viel Arbeit dahinter steckt glaube ich. Ist sicher schwer. Aber so was gerne machen würde ich auch. Also ich muss sagen beneidenswert!

  3. Ich habe mein Gesicht auch schon oft genug gezeigt. Daran wird das mit den Kommentaren nicht liegen. Es ist wohl eher der OMFG Effekt.
    “Nachdem ich jetzt als Fan von Neon Genesis Evangelion geoutet bin”
    ->NGE ist aber auch ein echt guter Anime, da kann man sich mit Stolz zu outen :P
    Ich finde das war ein tolles Projekt, auch das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Wann kommst du bei mir vorbei meine Wand in Szene setzten? :D

  4. Das ist wirklich beeindruckend. Hast du dafür volontiert oder gabs für die Arbeit auch ne Bezahlung? (Eh, ist es vielleicht ein wenig frech sowas zu fragen?) Möchte jedenfalls sein für die Arbeit, und das Museum hat ja wirklich eine Menge davon.

    “(Los, gebt es in die nächstbeste Suchmaschine eurer Wahl ein und habt Spaß beim stalken!)”
    Pfff, also da haben wir ja nun wirklich bessere Methoden… ;)

  5. @Shino:
    “Schau doch nur mal, wie du sofort alle Kommentatoren verschreckt hast…”
    Das lag nicht in meiner Absicht ^^’
    “Fühlen die Leute sich etwa gleich so bedroht, wenn es mal jemand schafft, aus seinem Hobby etwas sinnvolles zu machen?”
    Kommt selten genug vor.
    “Ich meine wow, ich bin echt beeindruckt, was du da geleistet hast. Einfach schön wenn Leute aus ihrem Hobby heraus auch wirklich mal etwas sinnvolles schaffen können.”
    Verbindlichsten Dank

    @Lizak:

    “Hätte auch gerne einmal das Glück eines meiner Zeichnungen irgendwo in meiner Stadt an der Wand zu sehen.”
    Oder in einer Ausstellung. War in meinem Fall wohl aber auch viel Glück, dass man mir das Projekt zugetraut hat.
    “Das da viel Arbeit dahinter steckt glaube ich. Ist sicher schwer.”
    Ja, ich muss sagen, dass wir danach alle ziemlich angeschlagen waren. Immerhin haben wir auch am Wochenende gearbeitet.
    “Aber so was gerne machen würde ich auch. Also ich muss sagen beneidenswert!”
    Was nicht ist, kann ja noch werden. ^^

    @vigi140:

    “Daran wird das mit den Kommentaren nicht liegen. Es ist wohl eher der OMFG Effekt.”
    Da bin ich ja erleichtert.
    “->NGE ist aber auch ein echt guter Anime, da kann man sich mit Stolz zu outen :P”
    Wohl wahr.
    “Ich finde das war ein tolles Projekt, auch das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen.”
    Ich versuche Bilder von dem Raum mit Interiör zu bekommen, also vielleicht kommt bald die Fortsetzung…
    “Wann kommst du bei mir vorbei meine Wand in Szene setzten? :D”
    Höre ich da eine Auftragsarbeit? ^^

    @StarlinM00N:

    “Hast du dafür volontiert oder gabs für die Arbeit auch ne Bezahlung?”
    Es gab Anerkennung und das Copyright. Ansonsten eine super Referenz für meine Mappe und viel Ruhm und Ehre… ^^
    “Möchte jedenfalls sein für die Arbeit, und das Museum hat ja wirklich eine Menge davon.”
    Ich denke schon, dass es sich für beide Seiten gelohnt hat. Für ein Praktikum durfte ich schon wirklich viel mitgestalten und dafür bin ich sehr dankbar.
    “Pfff, also da haben wir ja nun wirklich bessere Methoden… ;)”
    Muss ich mir Sorgen machen?

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