Glass no Kamen

Ich denke es ist wirklich mal wieder an der Zeit für mich, einen neuen Artikel in die Welt zu setzen. So inaktiv war ich ja schon ewig nicht mehr, aber ihr wisst ja, Schule, Arbeit und Xenoblade Chronicles… Nein ehrlich, dieses Spiel killt praktisch jegliche Zeit für alles andere. Nach so langer Abstinenz habe ich mich dann auch für einen ganz besonderen Artikel entschieden, den ich sowieso schon länger mal machen wollte. Weil für mich war Glass no Kamen (ab jetzt nur noch Glass Mask) wirklich ein ganz besonderer Anime. Ich will jetzt nicht behaupten es war eine Serie, die mein Leben veränderte oder das beste was ich je gesehen habe, aber eben doch sehr speziell. Was an der Serie so speziell war? Na fangen wir doch erstmal ganz vorne an.

Zunächst sei mal gesagt, dass es von Glass Mask zwei Versionen gibt. Also einmal die alte Fassung, die ich auch zuerst gesehen habe, und dann noch die Neuauflage. Über welche ich davon hier jetzt sprechen möchte? Über beide, denn ich sehe das bei Glass Mask ein wenig wie bei den beiden Full Metal Alchemist Serien. Beide für sich sind gut und beide sind es wert gesehen zu werden. Die eine macht dies ein wenig besser und die andere wieder etwas Anderes besser. Der Unterschied ist hier jedoch, dass die alte Fassung leider kein wirkliches Ende bietet. Also nicht wie bei FMA, wo man dann zwei tolle Serien, mit zwei tollen Enden hat. Auch erzählen beide Serien so ziemlich genau die gleiche Story mit den gleichen Episoden. Nur die Neuauflage hat halt einfach doppelt so viel Handlung, weswegen ich wenn, auch eher dieser weiterempfehlen würde. Mal abgesehen davon, dass die alte Fassung wirklich gar nicht so einfach mit englischen Subs zu bekommen ist und selbst wenn, dann nur in einer sehr schwachen Auflösung. Aus diesem Grund werde ich im Artikel jetzt vornehmlich immer von der 2005 Version sprechen und maximal an einigen Stellen mal erwähnen, ob die alte Fassung dies oder das vielleicht etwas besser oder schlechter machte.

Jetzt aber mal wieder dazu, was ich an der Serie denn nun so besonders fand und warum sie mich so extrem in ihren Bann zog. Das beste Beispiel hierfür wäre wohl direkt die 1. Episode. Denn ich bin ja nun schon einiges von Anime gewöhnt und kenne unterschiedlichste Anfänge, und eines haben viele davon gemeinsam, sie sind langsam. Ich meine das jetzt nicht mal negativ, weil ich bin wirklich der Meinung, dass eine gute Handlung ruhig langsam in Fahrt kommen darf. Einfach weil ich es von genug Serien, die ich wirklich mochte, schon so gewohnt bin. Wie beschreibe ich euch am besten was ich meine? Ich wollte irgendwann mal einen extra Artikel dazu machen, den ich nennen wollte „Wenn der Funken überspringt“. Also dieser Zeitpunkt bei einer Serie, wo mein einfach denkt: Oh verdammt! Ja ich finde diese Serie jetzt einfach richtig klasse und brenne total darauf mehr von ihr zu sehen! Wenn man anfängt mit dem Hobby, hat man dieses Gefühl vielleicht noch sofort bei jeder Serie, aber irgendwann dann nicht mehr. Hier muss eine Serie dann schon etwas mehr leisten, damit der Funke so richtig überspringt.

Bei Glass Mask war es bei mir nun aber so, dass dies praktisch sofort von Sekunde 1 an da war. Also ich war direkt Feuer und Flamme für die Serie und mochte die Main auch sofort. Wie sie das erreichen? Einfach, indem die Serie sofort mitten drin anfängt. Also nicht erst, hey ich bin Maya und mag Schauspielerei oder sowas. Nein sofort in der ersten Folge fängt es damit an, dass Maya Nudelsuppen für das Restaurant ihrer Mutter ausliefern muss. Wobei ich grad einwerfen muss, in der Neuauflage war das glaube ich doch gar nicht sofort der Fall. Da fing Folge 1 noch etwas ruhiger an. Bloß da war ich ja sowieso schon total gehyped auf den Anime, also machte das gar keinen Unterschied. Also vielleicht eine dieser Sachen, wo die alte Fassung direkt besser war? Eigentlich schwer zu sagen. Die alte Fassung beginnt direkt damit, wie Maya versucht vor Mitternacht alle Bestellungen auszuliefern, damit sie von einer Freundin Bekannten Karten für eine Theatervorstellung kriegt. Wenn ich mich recht entsinne, sieht man in der Neufassung noch etwas mehr wie es dazu kam. Wie auch immer, eines kann ich definitiv behaupten, beide ersten Folgen machen ihre Sache perfekt. Denn wir lernen Maja sofort als junges Mädchen mit besonderen Fähigkeiten und voller Ehrgeiz kennen, die alles tut, um ihre Ziele zu erreichen. Ich meine mal ganz ehrlich, wann habt ihr das zuletzt mal am Anfang eines Anime gesehen? Ein Mainchar, der sich sofort sympathisch macht, weil er Träume und Wünsche hat und sofort zeigt, wie sehr er bereit ist alles dafür zu geben! [Random Shounens oder Mains mit dummen Otaku-Träumen lasse ich hier als Beispiel nicht gelten] Also ich war sofort hin und weg für Maya. So und nun habe ich wohl endlich den passenden Einstieg für die Serie gefunden, und kann nun mit der weiteren Einteilung fortfahren.

Charaktere
Den Cast könnte man wohl als erlauchten Kreis interpretieren. Er ist zwar sehr überschaubar, aber dafür auch verdammt effektiv. Am ehesten erinnerte mich das ein wenig Ashita no Joe, wo es auch nur sehr wenig Charaktere gibt, diese alleine aber schon stark genug sind die Handlung zu tragen. Denn wenn man es genau nimmt, gibt es in Class Mask nur 5-6 wirklich wichtige Hauptakteure, gefolgt von einer Handvoll weiterer Charaktere mit Namen, die mal mehr und mal weniger wichtig für die Story sind. Und weil der Cast so überschaubar ist, stelle ich direkt mal die wichtigsten vor. Weil sowas habe ich auch schon lange nicht mehr gemacht und der erste Artikel nach 2 Monaten darf doch ruhig etwas Besonderes sein.

Kitajima Maya

Wie ihr sicher schon mitbekommen habt die Main der Serie. Sie arbeitet zu Beginn der Serie noch bei ihrer Mutter in einem Nudelsuppenrestaurant, träumt aber davon Schauspielerin zu werden. Deswegen geht sie auch leidenschaftlich gerne ins Theater/Kino, wenn sie denn mal die Möglichkeit dazu bekommt. Die selbst hält sich für sehr gewöhnlich und wenn man es genau nimmt ist sie das eigentlich auch. Jedoch hat sie eine ganz besondere Begabung, was die Schauspielerei angeht. Zum einen kann sie sich Texte unfassbar schnell merken und zum anderen besitzt sie eine angeborene Ausstrahlung, die jeden Zuschauer einfach in ihren Bann zieht. Das tolle daran ist, dies kann man selbst auch wirklich spüren, wenn sie auf der Bühne steht. Also die Leute in der Serie reden nicht einfach nur immer davon wie besonders sie ist, sie bringt dies auch wirklich rüber. Ansonsten ist sie halt einfach unendlich liebenswert und manchmal vergas ich sogar schon wirklich, dass sie ja eigentlich „nur“ ein Anime-Charakter ist. Einfach weil sie so menschlich dargestellt wird. Deswegen für mich eine echt tolle Main, die wirklich dazu beitrug, dass ich die Serie so sehr gemocht habe.

Aber wie wir ja schon wissen, ist jeder Main nur so gut wie sein Gegenspieler richtig? Und verdammt nochmal bekommt Maya in dieser Serie eine geniale Gegenspielerin durch:

Himekawa Ayumi

Ach verdammt, eigentlich kann ich kaum ohne überschwänglichen Hype von ihr sprechen. Warum? Naja ich denke einmal wegen ihrer verdammt genialen Sprecherin. Ich tue jetzt lieber gar nicht erst als würde ich sie aus anderen Rollen oder so kennen aber verdammt, sie spricht diese Rolle einfach sowas von perfekt! Ach und ja ich rede hier jetzt von der Sprecherin aus der Neuauflage. An die aus der alten Fassung erinnere ich mich ehrlichgesagt sogar kaum noch…. Problem diese Version hier fand ich einfach nur zu genial und sie überschrieb wohl direkt alles andere. Was macht sie nun aber zu einer genialen Rivalin? Ich würde sagen ihre ganz eigene Art. Denn wisst ihr, es wäre total einfach gewesen aus ihr eine superarrogante Tussi mit reichen Eltern zu machen, die jeder vergöttert und sich deshalb für was Besseres hält. Ich denke viele Anime wären genau diesen Weg gegangen, Glass Mask jedoch nicht. Und ja gut, bekannte und Reiche Eltern hat sie wirklich und jeder himmelt sie an, sie selbst hasst das aber eigentlich schon eher, als dass es ihr gefällt. Also sie will schon Ruhm und Anerkennung ernten, aber nur wegen dem was sie selber leistet und nicht wegen ihrer Familie.

Ganz ehrlich, das machte sie für mich einfach durchweg sympathisch und ich finde sie hätte locker das Potenzial gehabt selbst die Main der Serie zu sein. Nein ehrlich, ich hätte echt total gern die ganze Serie nochmal komplett aus ihrer Sicht gesehen! Deswegen sind halt auch die aller besten Stellen die, wenn sich Maya und Ayumi auf der Bühne gegenüberstehen. Maximal einen kleinen Schwachpunkt an ihr möchte ich hier einwerfen…. Weil ja ich finde es gut, dass sie nicht unsympathisch arrogant gemacht wurde, aber manchmal ist das Gegenteil davon auch schon etwas zu extrem. Weil sonst sind Rivalen ja meist eher so zum Main: Ha, du hast keine Chance weil ich bin viel zu gut und sowas. Ayumi macht die Serie über aber eigentlich genau das Gegenteil und hyped eher dauerhaft was für ein übertriebenes Talent Maya hat. Manchmal dann leider schon zu stark… Weil irgendwann haben wir es ja begriffen. Das einzig Gute daran ist, dass Maya das jedenfalls auch bei Ayumi macht und so gleicht sich das wieder etwas aus.

Tsukikage Chigusa

Ist sozusagen die Großmeisterin der Schauspielkunst und eine Art lebende Legende, außerdem die einzige, die die Vorspielrechte für das Über-Stück der Serie besitzt. „The Crimson Goddess“ oder zu Deutsch „Die Purpurrote Göttin“ gilt innerhalb der Serie einfach als das ultimative Meisterwerk, was wie es heißt auch nur Tsukikage selbst vortragen kann. Nach einem Unfall konnte sie jedoch nicht mehr auf der Bühne auftreten und hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, eine Nachfolgerin für sich zu finden, um die Hauptrolle von diesem Über-Stück dann an diese weiterzugeben. Praktisch jede Schauspielerin in der Welt würde dieses Stück spielen wollen und genau deshalb ist es auch für Maya und Ayumi halt das ultimative Ziel ihrer Karriere. Tsukikage als Charakter selbst stellt dann eben diesen typischen Lehrmeister mit fragwürdigen Methoden da, wodurch seine Schüler sich dann aber total schnell verbessern.

Besonders in der alten Fassung machte sie sich dadurch aber verdammt unbeliebt bei mir. Einfach weil ihre Methoden da wirklich zu drastisch dargestellt wurden und ich sie da schon manchmal kaum noch für zurechnungsfähig halten konnte. Ich meine okay sie ist sichtlich verzweifelt eine Nachfolgerin zu finden, die ihren Ansprüchen standhält, aber trotzdem sind einige Sachen die sie da abzieht einfach nur übel. In der Neufassung mochte ich sie da schon eher. Da wurden einige Szenen leicht abgeändert und eigentlich gefällt mir der Char mit diesen Änderungen besser. Sie ist dann ein bisschen weniger Extrem und erscheint einfach kompetenter. Trotzdem bleiben ihre Methoden aber noch extrem genug, um den Charakter nicht komplett zu verändern. Von daher ist es wohl Ansichtssache was man von ihr hält. In jedem Fall ist sie aber sehr wichtig für die Story, weil wir brauchen ja jemanden, der uns immer mal wieder sagt, wie gut oder schlecht die beiden nun gerade sind und sie dazu anheizt noch besser zu werden.

Hayami Masumi

Wenn man Ayumi als Rivalin und Tsukikage als Lehrmeisterin ansieht, dann ist Hayami ganz klar der Unterstützer von Maya. Einerseits ist er zwar scharf darauf die Rechte an der Purpurroten Göttin von Tsukikage zu bekommen, doch zum anderen ist er auch scharf auf… ähm… Ja wisst ihr, die Serie lässt da eigentlich wenig Spielraum für Missverständnisse. Denn er hat eindeutig ein sehr starkes Interesse an Maya. Aus diesem Grund unterstützt er sie aus dem Hintergrund heraus als sein alter Ego Mr. Purple Rose und schickt ihr passend dazu immer lila Rosen. Und nein das vorwegzunehmen ist jetzt kein Spoiler, denn sie Serie macht niemals ein Geheimnis daraus wer Mayas heimlicher Bewunderer ist. Für Maya bleibt dies aber ein Geheimnis, speziell auch weil sie Hayami verabscheut, ist er doch hinter den Rechten des Stückes her. Außerdem versucht er nach außen hin auch immer den Schein zu wahren, einfach ein rücksichtsloser Geschäftsmann zu sein. Ob er das nun für sein Umfeld oder sogar sich selbst tut bleibt dann immer so eine Frage. In jedem Fall kein ganz uninteressanter Charakter, der oft hin und hergerissen ist wie, genau er sich denn nun verhalten soll. Ähnlich wie bei Ayumi wäre hier dann maximal negativ zu erwähnen, dass die Serie mit dieser einen Sache dann irgendwann auch schon wieder zu stark übertreibt und er deswegen meist auch einfach nicht mehr als einfach nur dieser Typ ist, der immer zwischen zwei Persönlichkeiten hin und herspringt.

Ach und bevor ich es vergesse und Bahomet mich dafür umlegt, Hayami hat noch eine Sekretärin Saeko Mizuki. Warum das wichtig zu erwähnen ist? Na weil sie best girl der Serie ist! Und ja auch nach dem ganzen Hype zu Maya und Ayumi sage ich das noch. Weil verdammt sie stiehlt einfach jedem die Show, sobald sie mal eine Folge Screentime hat und muss dafür nicht mal auf die Bühne gehen. Sie ist halt einfach wahres best girl und wenn ihr die Serie selbst mal, schaut seht ihr schon warum. Anime brauchen mehr solch extrem kompetente Charaktere!

So das war jetzt schon mal verdammt viel und das obwohl der wichtige Cast so verdammt klein ist. Es gibt natürlich auch noch andere, die mal vorkommen und manchmal sogar eine wichtige Rolle spielen, aber die oben genannten sind für mich klar die wichtigsten und wie ihr seht mag ich die Charaktere der Serie auch wirklich ziemlich stark. So und bevor ich jetzt noch 2 Seiten lang die Synchronsprecherin von Aymui hype, geht es weiter mit der Handlung.

Story

Nach der Einleitung und Vorstellung der Charaktere sollte das Grundmuster der Handlung wohl schon klar sein. Unsere Main möchte Schauspielerin werden und obwohl sie sich selbst kaum für etwas besonders hält, besitzt sie eben diese ganz gewisse Ausstrahlung und steckt auch genug Herzblut in die Schauspielerei, um komplett in ihren Rollen aufzugehen. Wir verfolgen nun also ihren Lebensweg und sehen wie sie von Bühne zu Bühne und Rolle zu Rolle voranschreitet, auf dem Weg zu ihrem großen Ziel, irgendwann mal bereit zu sein das Über-Stück von Tsukikage aufführen zu dürfen. Und wie man es kennt, werden ihr dabei natürlich ständig Steine in den Weg gelegt, von Leuten die eifersüchtig auf sie sind oder einfach von Rivalen, die selbst eine Rolle ergattern möchten. Oder aber auch von der Firma, die die Rechte an der Purpurroten Göttin haben will und deswegen versucht Tsukikage und ihre Truppe in den Ruin treiben. Wie schon gesagt beteiligt sich ihre Hauptrivalin Ayumi aber nicht an solchen Dingen. Sie besteht nämlich immer darauf fair gegen Maya gewinnen zu wollen und nicht durch fiese Tricks, weswegen sie ihr das eine oder andere Mal sogar aushilft.

Ansonsten könnte man die Serie ein wenig wie ein Shounen Anime sehen, nur halt im Bereich der Schauspielerei. Der Vergleich mag jetzt zwar erstmal unpassend klingen, aber eigentlich passt das schon wirklich gut. Besonders wenn es dann immer solche Szenen gibt wo sie hypen, wie total over the top Ayumi im Vergleich zu Maya noch ist und Maya viel besser werden muss, um mithalten zu können. Dann wird sie wieder besser und Ayumi bemerkt das und „trainiert“ Ihrerseits dann wieder um noch besser zu werden. Was die Serie auch wirklich spannend macht, weil es wirklich nie so ist, dass eine von beiden dauerhaft die Nase vorn hat. Also jedenfalls habe ich es nie so empfunden. Manchmal sind sie in etwa gleich auf und dann übernimmt wieder eine zeitweise die Führung. Damit sorgen sie wirklich dafür, dass es bis kurz vor Ende noch spannend bleibt, selbst wenn man natürlich davon ausgeht, dass Maya als Main ja gewinnen muss. Aber tut sie das dann am Ende wirklich? Ich werde es euch natürlich noch nicht verraten. Ach und was darf in einem guten Shounen Anime nicht fehlen? Genau, coole Fights und wer nun denkt Class Mask hat sowas nicht, der täuscht sich gewaltig. Natürlich finden diese „Kämpfe“ dann auf der Bühne statt, aber denkt ja nicht die wären deswegen jetzt nicht genial. Denn wenn Maya auf der Bühne steht und ein Stück vorträgt, ist das einfach immer sehenswert und man will eigentlich jedes Mal, dass das Stück am besten nie mehr endet.

Klar gibt es auch hier wieder welche die ständig von der Seitenlinie kommentieren müssen, wie übertrieben gut das ist was Maya da grad abzieht, aber eigentlich bräuchte man das als Zuschauer meistens gar nicht. Die Serie schafft es wirklich auch so meisterhaft darzustellen, warum Mayas Publikum immer total von ihr in den Bann gezogen wird. Man selbst spürt das als Zuschauer nämlich auch und kann es dann richtig gut nachvollziehen, wenn sie am Ende massig Beifall erntet. Es ist eben so viel mehr, als wenn einem die Serie einfach nur sagen würde: Okay Maya hat jetzt ganz viel geübt, geht dahin und macht irgendwas und weil die Serie es mir vorgibt, war das dann einfach gut und besser als bei anderen. Nein die Serie schafft es auf ihre ganz eigene Art wirklich, uns sehen zu lassen, wieso Maya dieses gewisse Extra in Ihrer Ausstrahlung hat. Deswegen sind die Aufführungen auch das ganz klare Highlight der Serie und letzten Endes auch das, was sie für mich so besonders macht. Ich konnte mich daran wirklich niemals sattsehen. Ach und als eigentliche Shoujo Serie gibt es natürlich auch Lovestory und Liebeskummer (?) und all solche Geschichten. Dinge die mich als Zuschauer jetzt weniger ansprachen und eigentlich auch nicht immer die ganz große Rolle spielen. Also bis auf das Ende jedenfalls, wo das dann immer mehr in den Fokus rückt, weil Maya langsam erwachsen wird. Ich glaube das ist auch eine Sache die ich wirklich mochte an der Serie. Selbst wenn die Serie schon oft recht kitschig rüberkommt (besonders in der alten Fassung), ist es längst nicht so extrem wie man vielleicht erwarten würde. Ich meine Maya will jetzt nicht Schauspielerin werden um ihren Traumprinzen abzubekommen oder sowas.

Was bleibt sonst zu sagen? Die Serie kann, wenn sie will, auch wirklich gut mit Drama umgehen. Besonders eine Stelle fand ich echt heftig und verdammt gut umgesetzt. Auch gibt es einige sehr nette Twists. Über das Ende könnte man sich sicher streiten, aber ich fand es genial. Besonders da die alte Fassung ja sehr mittendrin endet, konnte die Neufassung sich da wirklich verbessern. Die Story ist danach zwar noch nicht 100 %ig abgeschlossen, aber das Ende fühlt sich definitiv gut an. Man bekommt irgendwo das was man unbedingt noch sehen wollte und sogar eine Sache, die vielleicht niemand hätte kommen sehen, man aber auch unbedingt sehen wollte! Selbst wenn man das vielleicht noch gar nicht wusste. Aus diesem Grund kann ich eigentlich nichts Negatives zum Ende der Serie sagen, selbst wenn es noch nicht der komplette Schluss der Story sein dürfte. Der Manga geht da eben noch ein wenig weiter. Ihr seht also, ich mochte die Story ebenso wie die Charaktere und bekam ein zufriedenstellendes, wenn auch leicht offenes Ende. Ich meine verdammt, welche Serie schafft das sonst schon mal?

Darstellung

Um ehrlich zu sein habe ich dazu ja schon ziemlich viel bei der Story gesagt, halt einfach, weil ich nicht an mich halten konnte, die Aufführungen zu hypen. Denn ja das beste was ich hier zu diesem Thema sagen könnte ist wirklich, wie sie die Aufführungen dargestellt bekommen. Die Serie will den Zuschauer ja nicht damit langweilen und zusätzlich soll man ja auch noch verstehen können, warum jeder meint Maya und Ayumi wären so gut in ihrem Job. Leider ist nur sehr schwer zu beschreiben, wie sie das genau hinbekommen, weil es einfach eine Vielzahl an Kleinigkeiten ist und oft auch sehr stark vom jeweiligen Stück abhängt. Deswegen belasse ich es jetzt lieber mal dabei, bevor ich anfange jede Kleinigkeit von irgendwelchen Vorstellungen zu kommentieren und eigentlich bin ich mir ja manchmal selbst nicht ganz sicher, wie sie das nun überhaupt genau hinbekommen haben. Sie schaffen es halt einfach und dafür alleine gebührt den Machern einfach mal mein Respekt. Ob das nun daran liegt, weil sie einfach die Vorlage so gut umsetzten oder am Studio die die Serien gemacht haben, überlasse ich anderen. Hier muss ich für meinen Teil aber einfach mal sagen, dass ich die Stücke, die es in beiden Serien gibt, meistens in der alten Fassung besser fand. Irgendwie hatte die Serie da einfach noch ein klein wenig mehr Stil.

Was könnte ich sonst noch positiv erwähnen? Wenn ich ehrlich bin nicht wirklich viel. Zeichenstil wie auch Animationen der Serie waren in beiden Versionen weder gut noch schlecht. Maximal bekommt die alte Fassung hier einen kleinen Bonus wegen ihrem „klassischerem“ Design, was ich einfach sehr stark mochte. Aber das ist wirklich nur subjektiv aufzufassen. Ich mag alte Anime-Zeichenstile eben einfach. Trotzdem gibt es hier nun keine Dinge, die wirklich hervorstechen würden. Ich glaube aber auch die Serie brauchte so etwas gar nicht. Der Zeichenstil war okay und die Animationen auch und mehr musste auch gar nicht sein, denn die Serie setz viel eher auf ihre Charaktere und die Handlung. Außerdem hatte ich nie das Gefühl, die Serie sei jetzt zu schlecht oder billig animiert. Wenn es sowas gab dann wurde es so gut übertüncht, dass es mir nicht einmal auffiel, also kann ich nichts Schlechtes darüber sagen. Den Soundtrack der Serie fand ich da schon ein klein wenig besser, aber jetzt auch nicht zu gut. Also es hat keine so epischen BGMs wie z.B. Ashita no Joe, aber auch nicht einfach nur dumme Fahrstuhlmusik. Die Serie hat ihre anständigen Stücke und weiß diese einzusetzen. Ebenso mochte ich die Openings und Endings, besonders bei der Neufassung, einfach, weil es dort auch mehr von ihnen gab. Das eine Ending könnte ich mir echt ewig reinziehen, alleine schon, weil es mich an diese unendlich geniale Doppel-Folge erinnert, wo Maya und Ayumi beide dauerhaft zusammen auf der Bühne stehen. Einfach nur grandios. Und nein ich werde niemals aufhören die beiden zu hypen, niemals! Jetzt aber weiter im Text.

Unterhaltungswert
Ich glaube niemand wundert sich hier mehr, wenn ich einfach mal ganz direkt sage, dass ich die Serie durchgehend unterhaltsam fand. Denn wie schon aufgeführt, die Charaktere sind toll, es gibt anständiges Drama, die Aufführungen sind einfach der Hammer und irgendwie schaffen sie es auch bis zum Ende noch Spannung zu erzeugen. Würde man mich fragen was ich am besten an der Serie fand, dann wirklich ihren Unterhaltungswert, der mich einfach auf ganzer Linie überzeugen konnte. Das erwähnte ich ja auch schon ganz zu Anfang, weil diese Serie hier ist keineswegs zäh oder sonst was. Sie reißt von Beginn bis zum Ende mit und irgendwann habe ich die Serie nur noch deswegen wöchentlich geschaut, weil ich einfach nicht wollte, dass sie je endet! Ich kann mich aber wirklich an keine langweilige Folge erinnern, die sich jetzt wie ein Filler angefühlt hätte. Weil jede Episode ist eigentlich immer nur entweder Training für eine Rolle, eine Vorstellung, Drama oder alles zusammen. Ich würde nicht behaupten Class Mask war die unterhaltsamste Serie die ich jemals gesehen habe, aber sie ist eine dieser ganz wenigen, die ich wirklich durchgehend auf einer Linie unterhaltsam fand. Ich glaub das haben ansonsten bisher maximal eine Handvoll Serien geschafft und das waren dann meist nicht mal unbedingt welche, die ich zu meinen Top 20 zählen würde. Sprich dieses Maß an guter Unterhaltung plus die Qualität machen die Serie für mich praktisch schon einzigartig. Klar mag das jetzt sehr subjektiv rüberkommen und das ist der Unterhaltungswert ja sowieso immer. Doch für mich waren beide Fassungen eigentlich ein durchgängiger Hype. Selbst bei der Neufassung, die alles nochmal durchspielt, war für mich immer noch Hype. Nicht mal Hunter X Hunter, Kaiji oder Death Note haben das bei mir geschafft. Ich will damit jetzt nicht sagen Glass Mask sei besser als die alle. Ich sage nur, Glass Mask konnte mich besser durchgehend unterhalten.

Big Scenes
Ja jetzt warten sie bestimmt alle schon darauf wie ich anfange die ganzen Big Scenes der Serie aufzuzählen oder? Ihr könnt es sicher schon gar nicht mehr erwarten, wie ich jetzt jede 2. Aufführung hype bis zum Umfallen ne? Warte, seid ihr überhaupt noch da? Naja auf jeden Fall muss ich euch hier dann aber enttäuschen, denn für mich persönlich hat Glass Mask keine Big Scenes. Die Aufführungen fand ich zwar fast alle unfassbar genial, nur entweder ich zähle die jetzt alle als Big Scene oder gar keine und bei der Auswahl gefällt mir gar keine besser. Einfach weil sie alle auf ihre ganz eigene Weise gut waren, aber nicht besonders viel besser als der Rest der Serie. Versteht ihr was ich damit sagen will? Die Serie war bis auf vielleicht kleine Ausnahmen einfach immer gut und es gibt keine Stellen, die sich da jetzt zu groß abheben würden. Weil wie gesagt sonst müsste ich praktisch jede Aufführung als Big Scene zählen und das wäre Schwachsinn. Von daher also kein Big Scene Bonus.

Fazit

Glass Mask war für mich wirklich eine absolute Hype Serie, wegen seinen Charakteren, der durchweg guten Unterhaltung und natürlich den meisterhaft inszenierten Theateraufführungen. Genau wegen diesem persönlichen Hype tue ich mich eigentlich echt schwer, ein endgültiges Rating für die Serie abzugeben. Weil klar sie ist gut, das steht für mich außer Frage. Wie gut nun aber wirklich? Das Writing ist gut, aber nicht das beste auf der Welt. Die Charaktere sind liebenswert und sympathisch, haben aber auch ihre kleinen Macken und lassen sich manchmal etwas stark auf einige wenige Charaktereigenschaften reduzieren. Die Darstellung der Bühnenstücke ist phänomenal, aber trotzdem nicht das beste was ich je gesehen habe und nicht ganz Big Scene Niveau. Wie schon gesagt Zeichenstil und Animationen fand ich okay, aber auch nicht mehr als das. Pluspunkte gibt es dann aber noch für einige wirklich gut gemachte Twists, die man so sicher nicht hätte kommen sehen und anständig gemachtes Drama.

In jedem Fall möchte ich die Serie aber wirklich jedem ernsthaft ans Herz legen. Besonders allen, die mal wieder eine Abwechslung zum Einheitsbei suchen und ganz ehrlich, nach dieser Season und dem was die nächste verspricht, glaube ich, dass viele mal wieder eine positive Abwechslung nötig hätten. Solange ihr jetzt keine Retro-Anime-Fanatiker seid, braucht ihr euch auch nicht wirklich mit der alten Fassung auseinanderzusetzen, die man ja sowieso nur in schlechter Qualität mit Englischen Subs findet. Gebt euch einfach die Neufassung und ihr werdet nichts unbedingt Weltbewegendes verpassen, denn die Leute haben da einfach ganze Arbeit geleistet. Maximal bekommen sie das Flair der alten Serie nicht ganz hin, dafür vieles aber sogar eher besser. Ich schließe diesen Artikel dann einfach mal mit einem vorsichtig optimistischen Rating von 8/10 Punkten.

5 Gedanken zu “Glass no Kamen

  1. Schöner Text Shino, ich bin ja froh das nach der ganzen Zeit mal wieder ein Artikel von dir kommt ^^ Leider bin ich mir nicht sicher ob der Anime etwas für mich ist das Setting und die Charaktere und worum es geht sprechen mich jetzt leider nicht unbedingt an. Trotzdem klasse Artikel und freue mich schon auf mehr :)

  2. @ DanteLucius
    “Schöner Text Shino, ich bin ja froh das nach der ganzen Zeit mal wieder ein Artikel von dir kommt”
    Danke, der nächste Artikel wird diesmal auch nicht ganz so lange brauchen.

    “Leider bin ich mir nicht sicher ob der Anime etwas für mich ist das Setting und die Charaktere und worum es geht sprechen mich jetzt leider nicht unbedingt an.”
    Meinst du weil es um Schauspielerei geht? Ich glaube wirklich nicht, dass man sich dafür interessieren muss. Ist genau wie bei Sportanime, wo einen auch der passende Sport dazu nicht unbedingt interessieren muss. Ich sag mal für einen Theaterfan wäre die Serie sicher noch was ganz besonders, aber ich zähle mich zu sowas ja auch nicht und wurde von der Serie nie gelangweilt.

    “Trotzdem klasse Artikel und freue mich schon auf mehr”
    Bald kommen auch wieder mehr.

  3. @Shino Bakura
    ” Ich glaube wirklich nicht, dass man sich dafür interessieren muss. Ist genau wie bei Sportanime, wo einen auch der passende Sport dazu nicht unbedingt interessieren muss. Ich sag mal für einen Theaterfan wäre die Serie sicher noch was ganz besonders, aber ich zähle mich zu sowas ja auch nicht und wurde von der Serie nie gelangweilt.”

    Ich bin jetzt auch kein großer Fan von Ganbatte Anime, obwohl ich Bakuman mag und kuroko no basuke ganz unterhaltsam fand auch wenn ich mir bei der noch stärkeren Zone auch nur gedacht habe was für ein bescheuertes ass pull power up ^^ und der Zeichenstyl und das Setting sprechen mich leider nicht an, aber es kann ja nicht jeder alles mögen, ich werde in zukunft vlt mal reinschauen wenn ich nichts anderes habe aber jetzt wohl erst mal nicht.

  4. Also ich finde die Serie ziemlich interessant. Wie du schon richtig gesagt hast, sollte es kein Grund sein, etwas nicht zu schauen, nur weil man das eigentliche Thema nicht wirklich mag oder damit wenig anfangen kann. Ich habe noch nie Boxen im Fernsehen geschaut, aber zähle Hajime no Ippo zu meinen Lieblingsanimes und schaue momentan Ashita no Joe. Genauso wenig finde ich Wörterbücher interessant, aber schaute Fune wo Amu sehr gerne und halte die Serie abschließend für den besten Anime des Jahres. Das solltest du übrigens auch endlich mal weitergucken, Shino.

    Letztens habe ich noch Ai Monogatari gesehen, eine alte OVA mit neun Romance-Kurzgeschichten (jeweils etwa 10 Minuten lang) von unterschiedlichen Regisseuren (u.a. Hamasaki und Mochizuki). Überraschenderweise hat mir die Regie von Mamoru Hamatsu recht gut gefallen. Er versteht es, die Gedanken der Charaktere durch geschicktes Einfangen von bestimmten Elementen mit der Kamera auszudrücken. Er nutzt wirklich die Bildsprache und bezieht auch den Einsatz der Mimik mit ein. Ich finde es schon ziemlich schade, dass er an relativ wenigen Werken beteiligt gewesen ist. Bei Glass Mask (2005) ist er jedenfalls der hauptverantwortliche Regisseur. Die meisten anderen Sachen mit ihm scheinen sich nicht wirklich zu lohnen. Dafür lohnt sich aber Ai Monogatari auch im Generellen. Ich fand nur zwei Kurzgeschichten eher schwach.

    Wegen der Folgenanzahl habe ich übrigens erst zur alten Serie von Glass Mask tendiert, aber ich habe auch keine anständigen Subs gefunden. Hamatsu ist dann für mich ein Grund mehr, die neue Version anzuschauen.

  5. @ Raki
    “Also ich finde die Serie ziemlich interessant.”
    Freut mich zu hören.

    “Wie du schon richtig gesagt hast, sollte es kein Grund sein, etwas nicht zu schauen, nur weil man das eigentliche Thema nicht wirklich mag oder damit wenig anfangen kann.”
    Ja weil es geht am Ende darum ob die Serie unterhaltsam sein kann. Ich habe inzwischen wirklich gelernt, dass man aus jeder noch so guten oder schlechten Story eine gute oder schlechte Serie machen kann. Es geht einfach darum wie es umgesetzt wird und darin ist die Serie einfach genial.

    “aber ich habe auch keine anständigen Subs gefunden.”
    Ja das Problem kenne ich.

    “Hamatsu ist dann für mich ein Grund mehr, die neue Version anzuschauen.”
    Tu es ruhig, du verpasst damit relativ wenig und bekommst sowieso viel mehr. Wäre auf jeden Fall sehr gespannt deine Meinung zu der Serie zu hören.

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