Hajime no Ippo vs. Ashita no Joe

Eigentlich wollte ich schon lange mal einen Artikel machen, wo ich zwei Anime direkt einander gegenüberstelle. Einfach, weil mich die Idee reizte. Erst wollte ich es ja damals noch mit Sword Art Online und Log Horizon machen, bloß fand ich dann doch, dass SAO sowieso schon viel mehr Aufmerksamkeit erhält, als es eigentlich sollte. Deswegen bin nun also hier, um über zwei sehr viel interessantere Serien zu sprechen. Der Artikel wurde sich ja von einigen gewünscht und tut mir leid, wenn er vielleicht viel später erscheint als er sollte. Doch wird es halt immer schwerer Zeit für meinen halbtoten Blog zu finden und gerade so einen Artikel will ich nicht halbherzig machen. Hoffentlich ist das Ergebnis dann am Ende jedenfalls für alle zufriedenstellend.

Denkt man an Boxanime, wird es wohl kaum möglich sein, nicht direkt an Ashita no Joe oder Hajime no Ippo zu denken. Wobei sicher viel weniger Leute überhaupt Joe gesehen haben. Einfach weil es eine sehr alte Serie ist, die auch noch nicht ewig mit Subs vorliegt. Von daher kennen wohl viele Leute die Serie nur an Hand vom Hörensagen, oder wegen all der Referenzen, die es ständig in Anime gibt. Ich denke auch mein Artikel zu der Serie wird daran recht wenig geändert haben. Heute soll es jedoch nicht darum gehen, wie gut oder schlecht diese Serien im Allgemeinen sind, weil das könnte ich mir eigentlich direkt sparen. Ashita no Joe ist eines meiner Lieblingsanime und Ippo fand ich ebenso verdammt genial. Beides sind Serien, wo ich locker behaupten könnte, dass sie 8/10 Punkte verdienen. Mir geht es jetzt wirklich viel mehr darum, wie sie in einem direkten Vergleich miteinander abschneiden. Denn man findet kaum zwei andere Anime, die gleichzeitig so viel gemeinsam haben und doch so viele Unterschiede aufweisen. Denn in beiden Serien geht es ums Boxen und die Charaktere und Handlung weißen viele Gemeinsamkeiten auf. Bei genauerer Betrachtung sind sie dann aber doch wieder grundverschieden. Sicherlich wird das auch auf die verschiedenen Zeitperioden zurückzuführen sein, in denen die Serie erschienen. Was die ganze Sache dann aber eigentlich nur noch interessanter macht. So, wie will ich nun aber genau vorgehen, um die Serien gegeneinander antreten zu lassen? Ich habe mir da ein ganz genaues System überlegt, damit es am Ende auch einen eindeutigen Sieger geben kann und es nicht auf so ein langweiliges Unentschieden herausläuft, damit ich mich davor drücken kann, zu sagen, welche Serie gewonnen hat. Ich werde jetzt also beide Serien in jeweils 5 Disziplinen gegeneinander antreten lassen, wobei jede dieser Disziplinen 3 Durchläufe haben wird.

Ach und ja, natürlich entscheide ich jetzt völlig subjektiv aus dem Bauch heraus, welche Serie welche Disziplin gewinnt. Weil alles andere wäre logischerweise nicht möglich. Natürlich werde ich trotzdem versuchen, jede Entscheidung so gut wie möglich zu begründen, ob euch die Begründung dann jedoch auch passt, überlasse ich euch. Beginne ich also mit der ersten Disziplin:

1. Charaktere

Charaktere sind der vielleicht wichtigste Bestandteil einer Serie. Deswegen beginne ich auch immer gerne mit ihnen, wenn ich über ein Anime spreche. Die 3 Durchläufe werden nun stattfinden mit Neben- und Hauptcharakteren, sowie Gegenspielern. Beginnen tue ich logicherweise beim Protagonisten.

1.1 Der Maincharakter
Tja ich sagte ja schon, dass beide Serien trotz gleichen Themas ziemlich unterschiedlich sind und dies zeigt sich auch direkt an ihren Protagonisten. Joe ist ein Rebell, der sich ungerne an die Regeln hält. Sei dies nun auf der Straße oder im Ring. Lange Zeit will er eigentlich gar kein Boxer werden, da ihm das System eigentlich zu blöd ist. Er kämpft lieber mit Händen und Füßen, ungeachtet jeglicher Regeln und auch gerne gegen mehrere Gegner auf einmal. Er sucht streit wo er nur kann und hat auch keine Angst davor sich mit der Mafia rumzuprügeln. Er vertreibt sich die Zeit mit kleinen Gaunereien oder hängt in der Spielhalle rum. Später entwickelt er sich zwar weiter und lernt immer mehr sich zu benehmen, doch trotzdem bleibt er unkontrollierbar und es gibt immer wieder Situationen, wo er seine Fäuste sprechen lässt, auch außerhalb des Ringes. Er passt halt eher in die Zeit in der die Serie entstand. Er ist ein Rebell, der sich gerne gegen Autoritäten auflehnt und einfach auf der Suche nach einer Prügelei ist. Er ist wie ein wildes Tier, was sein Mentor immer mehr versucht zu zähmen. Was jedoch nicht heißen soll, dass er nicht auch sehr taktisch im Kampf vorgehen kann. Sei es nun mit seinem Markenzeichen dem Crosscounter und seiner no guard Taktik oder sogar mit noch ausgefalleneren Ideen. Er wuchs als Straßenkind auf und kämpft seitdem praktisch täglich ums Überleben. Boxen gibt seinem Leben einen Sinn und er kann damit seiner Lust sich zu prügeln freien Lauf lassen. Joe ist cool und oft genug ein Arsch, aber genau das macht ihn wohl auch so cool. Trotzdem hat er aber auch seine lustigen und verrückten Seiten. Deswegen ist er für mich zwar sehr stark ein Produkt seiner Zeit, doch das macht ihn keinesfalls weniger realistisch.

Auf der anderen Seite haben wir nun Ippo, der genaugenommen der typische Anime Maincharakter unser heutigen Zeit ist. Am Anfang wird er noch von Schlägern aus seiner Schule gemobbt und sogar verprügelt. Als er Takamura trifft und dieser seine Peiniger in die Flucht schlägt, fängt er an sich für das Boxen zu interessieren, da er auch wissen möchte, was es bedeutet, stark zu sein. Also fängt er an zu trainieren und erkennt schnell, dass er extrem hohes Potenzial als Boxer besitzt. Durch seine Arbeit im familiären Fischereiunternehmen hat er sich nämlich ziemliche Muskeln antrainiert. Er ist also, wenn man so will, der typische nette Kerl von nebenan, der als Kind immer gemobbt wurde und zu nett oder ängstlich war sich zu wehren. Seine Persönlichkeit ändert sich im Laufe der Serie dann auch leider nicht mehr wirklich. Selbst nachdem er alle möglichen Kämpfe gewonnen hat wirkt er die meiste Zeit immer noch wie der typische Waschlappenmainchar. Maximal in seinen Kämpfen kann er dann manchmal ziemlich cool sein, also typisch Shounen Anime halt. Wobei er aber auch da dann noch dauerhaft betonen muss, dass er ja eigentlich gar keine Chance hat und sein Gegner viel stärker ist. Der Kerl hat halt einfach sehr wenig Selbstbewusstsein. Wenn er mal nicht gerade kämpft oder trainiert, ist er auch wirklich nicht groß ernst zu nehmen. Er albert die meiste Zeit über nur rum und kämpft dann halt mal kurz cool, nur um direkt danach wieder blöd zu sein. Besonders viel Taktik steckt er meiner Meinung nach auch nicht unbedingt in seine Kämpfe. Eigentlich macht er meistens einfach nur das was ihm gesagt wird. Oder aber er entwickelt 100 Jahre lang seine eine Technik weiter.

So jetzt seid ihr also im Bilde und ich denke jeder wird meine Entscheidung hier leicht nachvollziehen können. Ippo ist sicher kein schlechter Charakter, aber halt auch kaum etwas Besonderes. Er ist einfach dieser nette Kerl, den man kaum ernstnehmen kann und dessen Persönlichkeit sich echt auf Kampfgeist und Nettigkeiten beschränkt. Joe hingegen ist ein viel interessanter Charakter, mit Ecken und Kanten. Er hat Stärken und Schwächen, er macht Fehler und lernt daraus. Ebenso entwickelt sich sein Charakter innerhalb der Serie, trotzdem ist er aber zu keinem Zeitpunkt out of character. Der erste Durchgang geht also an Ashita no Joe.

1.2 Die Nebencharaktere
Komme ich mal von den Protagonisten zu den Neben- oder Supportcharakteren. Denn auch diese sind alles andere als unwichtig für eine Serie. Ganz besonders bei Anime, wo gerade diese Charaktere meistens sogar viel besser und interessanter als die Mains sind. Bei Hajime no Ippo wäre ich sofort bereit diesem Klischee zuzustimmen. Wie schon erwähnt ist Ippo selbst mehr der typische Anime-Protagonist unserer heutigen Zeit. Deswegen ist für mich praktisch jeder andere Charakter der Serie schon viel interessanter. Ich meine okay, Aoki und Kimura sind beides zwar oft kaum mehr als comic relief Charaktere, doch machen sie hier ihre Sache auch wirklich gut. Einfach indem sie meistens wirklich verdammt lustig sind. Doch sie bleiben nicht darauf beschränkt, denn auch sie haben einige coole Fights, die man sogar verdammt ernstnehmen kann und die teilweise auch besser als die Kämpfe von Ippo selbst sind. Dann gibt es natürlich noch Takamura, den man ja eigentlich schon fast selbst als den Maincharakter bezeichnen könnte und wisst ihr was, es würde die Serie wirklich besser machen! Denn Takamura ist für mich wirklich der wahre Grund warum ich die Serie so sehr mochte. Denn er ist einfach verdammt cool und hat auch die besten Fights der Serie. Klar auch ihm fällt es manchmal schwer sich ernstgenug für eine bestimmte Situation zu verhalten, bloß das ist eher ein allgemeines Problem von Hajime no Ippo. Auch andere Nebencharaktere der Serie fand ich toll. Wie der eine Neuling der erst voll der Waschlappen ist und sich dann später zum totalen badass Typen weiterentwickelt. Oder der eine Kerl der irgendwie voll der unbesiegbare Angler war. Oder sogar die beiden Typen die Ippo am Anfang immer schikaniert haben und die später noch Comedy Gold sind. Ihr seht also ich mag die Nebencharakter von Hajime no Ippo wirklich sehr und ich denke sie geben auch wirklich einiges her.

Ashita no Joe hat natürlich auch seine guten Nebencharaktere, selbst wenn diese es einfach nicht schaffen, Joe selbst zu überflügeln. Was aber nichts Negatives heißen muss, da Joe einfach ein ziemlich cooler Charakter ist. Die wichtigsten wären wohl Danpei, Nishi und Yoko. Alle samt eigentlich schon interessante Charaktere, die auch Charakterentwicklung durchmachen. Ich meine Nishi spielt sich am Anfang noch wie ein Gangsterboss auf und führt dann später schon fast ein zu normales Leben. Womit er ja auch immer wieder in Kontrast zu Joe gebracht wird. Danpei ist der typische alte Lehrmeister, der früher selbst mal Boxer war und nun den Main trainiert. Sowas gab es bei Hajime no Ippo ja auch, jedoch mochte ich den alten Trainer da sogar noch etwas mehr. Ich meine der hatte da sogar am Ende noch selbst voll die geniale Story. So und Yoko ist halt einfach die typische reiche Dame, die Geschmack an männlichen Boxern gefunden hat? Naja für mich war sie mehr ein Mittel zum Zweck, für viele Situationen. Trotzdem aber kein schlechter Charakter. Auch Sachi und die anderen Straßenkids waren ganz witzig, jedoch waren sie halt auch nicht mehr als das. Ich könnte wirklich nichts Schlechtes über diese Charaktere sagen, aber sie waren halt auch nicht zu gut. Es gibt hier einfach keinen zweiten coolen Boxer wie Takamura, da Nishis Kämpfe halt nie wirklich gezeigt werden und er sich ja dann sowieso immer mehr davon zurückzieht. Deswegen geht der Punkt für Nebencharaktere auch an Hajime no Ippo.

1.3 Die Rivalen
Was wäre ein Boxanime ohne einen anständigen Rivalen? Halt kein Shounen-Sport-Anime und damit sicher gleich viel langweiliger. Hierzu muss ich aber auch wirklich sagen, dass die Mains in beiden Serien natürlich mehrere Rivalen haben. Bei Hajime no Ippo wäre Miyata der Hauptrivale und leider konnte ich mit dem niemals besonders viel anfangen. Er wirkte für mich nie wie ein zu starker Gegner, denn ich meine Ippo konnte ihm schon beim ersten Testsparing Probleme bereiten. Auch später wirkt es eher immer so, als hätte er echt Probleme überhaupt mal Kämpfe zu gewinnen. Was ihn einfach mal zu keinem wirklich coolen Rivalen macht. Ansonsten muss ich aber echt sagen, dass Ippo mehr oder weniger sonst fast nur gegen Gegner of the week antritt. Wobei diese meistens immer noch 1-2 Folgen Build-up bekommen, damit sie nicht zu random wirken. Fast immer haben sie sogar richtig gute Gründe den Kampf gewinnen zu wollen und oft will man sogar schon fast, dass sie gegen Ippo gewinnen. Ich meine das ist schon ne coole Sache, aber es fehlt dadurch halt ein wenig dieses richtig coole Build-up vor einem Fight. Denn man kennt die Gegner praktisch niemals lange genug, um richtig gehyped zu sein und wenn sie kämpfen ist man entweder schon fast mehr auf deren Seite, oder es sind Arschlöcher, wo man einfach nur noch darauf wartet, dass Ippo ihnen die Fresse poliert. Was halt leider etwas schwach ist. Klar, die Kämpfe selbst sind dann praktisch immer der Hammer, aber dazu komme ich später nochmal gesondert. Man muss wirklich schon sagen, dass Takamura im Vergleich viel coolere Gegner bekommt. Einfach weil er gegen die richtig coolen Champions antritt. Ippo hatte zwar auch 1-2 richtig coole Gegner, aber aus meiner Sicht kommt das nicht an Ashita no Joe ran, warum fragt ihr? Das werde ich euch gerne erzählen.

Für Joe ist Riskiishi der Hauptrivale und alter ich glaube es gibt kaum einen cooleren Anime Charakter für mich. Ich hatte ja schon im Artikel zu der Serie versucht das zu beschreiben und es ist wirklich schwer. Er hat einfach diese megagenialen Blicke drauf und diese Stimme! Außerdem sind gefühlte 50 % der 1. Staffel nur Build-up für den Fight zwischen Joe und Rikiishi. Das klingt vielleicht übertrieben lang, aber es macht die Rivalität halt gleich so viel genialer! Weil sie ja auch immer wieder diese krassen Hype-Szenen mit den beiden machen müssen. Wie die beiden inoffiziellen Kämpfe, die sie vorher gegeneinander haben. Oder die Fights die Rikiishi vorher noch bestreitet oder wie krass er für den Fight abnehmen muss oder oder oder…
Außerdem hat Joe auch mehr geniale Gegenspieler als nur Rikiishi. Da gibt es noch Wolf der auch richtig geniales Build-up bekommt, speziell wegen dem Training vor dem Kampf und auch später kommt er dann sogar noch als total interessanter Charakter vor, samt Charakterentwicklung. Dann gibt es natürlich noch Carlos, den ich fast schon so krass hypen möchte wie Rikiishi. Ihr seht also ich kann einfach nicht anders, als Ashita no Joe hier den Punkt zu geben. Joe’s Rivalen sind einfach zu genial und eigentlich jeder von denen ist besser als jeder aus Hajime no Ippo. Klar auch Joe hat einige Gegner of the week, aber alter, einige von denen hatten schon wieder so eine geniale Story für sich selbst.

So die erste Disziplin endet also mit einem 1:2 Sieg für Ashita no Joe.
Weiter geht es dann mit:

2. Story

Die Durchläufe werden stattfinden in Aufbau, Drama und Wendungen.

2.1 Aufbau
Gemeint ist hiermit, wie die Serie aufgebaut ist. Was das genau bedeutet? Das ist ehrlichgesagt etwas schwer zu erklären. Es geht hier um den Aufbau der Story, um eventuelle Plotholes und auch wie die Charaktere ausgearbeitet sind. Ich werde es jedoch nicht auf die Charaktere, sondern nur die Handlung beziehen. Aus meiner Sicht hat Hajime no Ippo hierbei einen typischen Shounen-Plot. Der Main fängt als Neuling im Boxsport an, besitzt jedoch unglaubliches Potential. In seinem ersten Trainingskampf kann er sich zweitweise gegen jemanden behaupten, der viel besser ist. Alle sind dann total beeindruckt und der Main will dann unbedingt weitermachen und es kommt halt zu den typischen Sachen. Build-up für viel stärkere Gegner, an die der Main heranreichen will. Er muss sich langsam nach oben kämpfen, was er aber natürlich auch schafft, weil er halt so ein total krankes Potential besitzt und dann gibt es noch ein Mädel was er mag, aber er ist zu schüchtern sie anzusprechen und ja das läuft alles schon ziemlich stark auf die gängigen Klischees raus. Ich erwähnte ja schon mal das Gegner of the week Prinzip und auch wenn es hier nun nicht so extrem ist, fühlt sich die Serie meistens schon so an. Wie gut diese einzelnen Kämpfe dann sind, darauf gehe ich hier jetzt noch nicht ein, es geht erstmal nur darum, wie die Story aufgebaut ist. Wirkliche Plotholes konnte ich bei Ippo nicht feststellen, aber ich glaube es ist auch nicht die Art von Serie, wo sowas auftauchen oder es einem überhaupt auffallen würde. Und nein unrealistische Sachen beim Boxen zähle ich nicht als Plothole. Weil die Serie soll ja cool und unterhaltsam sein und da dürfen sie dann gerne übertreiben. Ihr seht also ich halte schon mal nicht zu viel vom Aufbau bei Ippo. Ich würde nicht sagen das Storytelling hier ist schlecht, aber es ist halt auch nicht gut. Es ist einfach die typische Shounen-Handlung, die sie hier durchziehen.

Bei Ashita no Joe sehe ich das hingegen ganz anders. Klar, die Serie stammt auch aus einer ganz anderen Zeit und vielleicht war solch eine Art von Serie damals total üblich? Ganz ehrlich ich weiß es nicht und es kümmert mich auch nicht. Ich beurteile beide Serien nach aktuellen Standards. Joe fängt eigentlich nicht mal wie ein Boxanime an und fühlt sich auch während der Serie oft gar nicht danach an. Vielmehr geht es um den Werdegang des Protagonisten und was er aus seinem Leben machen möchte. Er prügelt sich mit der Mafia rum und begeht kleine Verbrechen, also landet er im Gefängnis. Hier trifft er nun seinen Rivalen und beginnt mit dem Boxen, um ihn darin schlagen zu können und er merkt, dass es ihn stärker macht. Das Boxen ist in der Serie mehr ein Mittel zum Zweck und weniger die Mainhandlung. Also so habe ich das jedenfalls empfunden. Vielmehr geht es halt um andere und aus meiner Sicht auch viel tiefgreifende Dinge. Ich sage damit jetzt nicht die Serie sei super tiefgründig oder sowas, aber ein wenig denke ich war sie es schon. Auf jeden Fall mehr als Happy go lucky Ippo, der einfach immer seinen neuen Gegner platt machen möchte und die Zeit davor und danach mit rumalbern verbringt. Klar Hajime no Ippo hat auch seine ernsten Szenen, aber darauf komme ich auch folgend gleich zu sprechen. In Sachen Story-Aufbau hat bei mir aber klar Ashita no Joe die Nase vorn. Denn sie fühlt sich weniger wie gängiges Shounen und mehr wie eine Drama Serie an.

2.2 Drama
Ich hatte es ja schon angesprochen, also geht es auch direkt damit weiter. Denn für mich ist gutes Drama (wenn es denn vorkommt) ein wichtiger Bestandteil einer guten Handlung. Ich sage nicht, dass jede Serie unbedingt Drama haben muss, doch wenn sollte es gut gemacht sein und eigentlich finde ich schon, dass Drama fast überall reinpasst. In jedem Fall haben beide Serien ihren Anteil an Drama. Bei Ashita no Joe hatte ich es ja schon mehr oder weniger angesprochen. Ich meine der Mainchar landet im Gefängnis und bekommt dort die Konsequenzen seiner Handlungen zu spüren. Dies alleine war schon verdammt gut umgesetzt und sicher auch so gut wie einzigartig im Anime-Bereich. Doch auch später macht die Serie mit verdammt gutem Drama weiter. Aus Spoiler-Gründen werde ich jetzt jedoch nicht alles davon aufzählen. Aus meiner Sicht ist Drama aber eine der Sachen, die Ashita no Joe am aller besten hinbekommt. Von daher hat Hajime no Ippo also sowieso schon keine Chance richtig? Hajime no Ippo hat Ansätze von gutem Drama und einige Stellen waren echt heftig, das muss ich einfach mal sagen. Besonders halt was die Hintergründe einiger von Ippos Gegner anbelangt. Ich würde also nicht sagen, dass Hajime no Ippo schlechtes Drama hat, jedoch kommt es einfach nicht an Ashita no Joe heran. Wie schon gesagt Ippo ist meist schon eine feel good Serie und bei Joe herrscht oft schon eher eine sehr bedrückte Stimmung.

2.3 Wendungen
Auch hier kann ich mich eigentlich recht kurzfassen, besonders da es sowieso schon 2:0 steht. Hajime no Ippo ist wie schon erwähnt vom Aufbau her sehr Shounen-typisch. Weswegen einen die Handlung jetzt auch nicht zu oft stark überraschen kann. Wobei ich schon sagen muss, dass Ippo einige wirklich krasse Twists draufhatte, die ich so nie hätte kommen sehen und die mich echt fast umgehauen haben. Jedoch steht auf der anderen Seite halt wieder Ashita no Joe und oh mein Jun, da könnte einfach kaum ein Anime mithalten. Ich werde jetzt auch wieder nichts Weiteres dazu sagen aus Spoiler-Gründen, seht es mir bitte nach. Aber Ashita no Joe hatte einfach so krasse Wendungen, die mich richtig umgehauen haben. Und sowas schaffen Anime heutzutage praktisch gar nicht mehr bei mir.

Somit räumt Ashita no Joe also seinen zweiten Punkt mit einem 0:3 ab.
Weiter geht es dann mit:

3. Darstellung
Ist vielleicht ein etwas unglücklicher Begriff, aber ein besserer fällt mir nicht ein. Gemeint sind auf jeden Fall die drei Unterpunkte Zeichenstil, Animationen und Soundtrack.

3.1 Zeichenstil
Okay dieser Punkt wird etwas knifflig. Weil Zeichenstil ist sowieso oft schon eher eine Geschmackssache und hier geht es um zwei Serien, die aus völlig verschiedenen Epochen stammen. Wie ich weiß hat Ashita no Joe keinen zu einmaligen Zeichenstil, denn viele Serien aus dieser Zeitperiode sehen ähnlich aus. Ist dies bei Hajime no Ippo nun jedoch groß anders? Ich würde ja schon fast meinen ja. Ich habe bisher einige Shounen Serien gesehen und dafür wirkt der Ippo Zeichenstil schon ziemlich realistisch. Sicher passend dazu, dass der Sport nicht zu unrealistisch dargestellt wird. Und ja ich weiß die stellen das nicht real dar, aber sie könnten wirklich noch viel mehr übertreiben, wie ich aus genügend anderen Anime weiß. Also sie ziehen jedenfalls noch nicht sowas ab wie bei Kuroko no Basket mit unsichtbaren Spielern oder irgendwelchen Augen mit Superkräften. Welchen Zeichenstil finde ich nun aber besser? Wie gesagt, ich bin kein Künstler. Ich werde aber das Gefühl nicht los, dass der Ippo-Zeichenstil eigentlich der bessere sein könnte. Einfach weil er mir spezieller, als der von Ashita no Joe vorkommt. Andererseits gefällt mir persönlich schon der Zeichenstil von Joe mehr. Ich mag einfach diese älteren Zeichenstile. Deswegen tue ich lieber gar nicht erst so, als hätte ich irgendwelche Über-Künstler-Skills und lasse die Serie gewinnen, die mir persönlich vom Zeichenstil mehr zusagte, also Ashita no Joe.

3.2 Animationen
Wie schneiden die Animationen einer Serie aus dem Jahre 1970 mit denen einer Serie 30 Jahre später ab? Nicht besonders gut würde man meinen oder? Richtig. Speziell wenn es auch noch eine Serie wie Hajime no Ippo ist, dessen Animationen teilweise wirklich verdammt gut sind. Klar nicht dauerhaft, aber da wo es zählt, sind sie einfach grandios und damit könnte auch so schon schwer etwas mithalten. Ashita no Joe hingegen…. naja…. glänzt hier nicht so stark. Ich würde sicher niemals behaupten, die Animationen sein schlecht, aber doch schon Gewöhnungsbedürftig und hier und da schleichen auch schon mal Fehler ein. Ebenso werden einige Szenen wirklich ziemlich oft wiederverwertet. Schon klar die Serie stammt aus einer anderen Seite und alles, doch ich hatte ja schon gesagt, auf so etwas wird hier keine Rücksicht genommen. Deswegen gewinnt hier ganz klar Hajime no Ippo.

3.3 Soundtrack
Um es gleich schon mal zu sagen, für mich ist der Ashita no Joe Soundtrack teilweise schon eine Ikone für sich selbst. Also jedenfalls was gewisse Tracks angeht wie z.B. das Lied was er öfters mal vor sich hin pfeift.

Auch das erste Opening hatte es mir damals einfach verdammt angetan. Jedoch sind dies nur einige Tracks und viele andere sind dann schon eher ziemlich random oder manchmal sogar wirklich unpassend. Gerade was die 2. Season angeht. Hajime no Ippo hingegen hat mehrere richtig coole Tracks, die einen einfach so stark zum hypen animieren, dass es schon echt nicht mehr normal ist.

Mag sein, dass die einzelnen Tracks dann trotzdem nicht ganz an meine Favoriten aus Joe herankommen, doch es sind einfach mehr und die Tracks sind auch gleichbleibend gut. Wie gesagt bei Joe wurde dies in Season 2 manchmal schon ungewollt komisch, wohingegen die Tracks in den späteren Ippo Staffeln sogar eher noch genialer wurden. Von daher kann ich einfach nicht anders, als Hajime no Ippo hier besser zu finden. Denn Konsistenz und eine große Auswahl an guten Stücken ist schon ziemlich wichtig.

Somit kann sich Hajime no Ippo nun also auch endlich mal mit einem 2:1 seinen ersten Pinkt sichern.

4. Unterhaltungswert
Anime sollen neben guten Charakteren, einer guten Story und ansehnlichen Animationen natürlich auch noch unterhalten. Weil ich meine warum sollte man sich das denn sonst überhaupt anschauen? Hierbei werde ich auf Comedy, Motivation und Pacing eingehen.

4.1 Comedy
Ja auch in einem ernsten Boxanime darf man gerne mal etwas lachen und da beide Serien Comedy-Inhalte besitzen, erlaube ich mir mal diesen Punkt als Bewertung heranzuziehen. Und wie was, ihr hattet bei einer Serie wie Ashita no Joe keine Comedy-Elemente erwartet? Tja was glaubt ihr wohl warum es Charaktere wie die Kids gibt? Okay auch um auf die Folgen von Zigaretten bei Kindern hinzuweisen. Und ja die rauchen in der Serie wirklich in einer Folge…. Aber egal es soll jetzt um Comedy gehen. Ashita no Joe hat unerwarteterweise wirklich mehrere ziemlich witziger Momente. Es gibt den Charakteren an einigen Stellen auch irgendwo etwas mehr Tiefe, da man sie einfach auch mal in anderen Situationen erlebt. Trotzdem ist der Klassen-Clown hierbei wohl ganz klar Hajime no Ippo und dass meine ich jetzt nicht einmal in einem komplett negativen Sinne. Denn ja okay die Serie ist an einigen Stellen zu wenig ernst und die Charaktere blödeln manchmal an den falschen Stellen rum, doch wenn die Serie es schafft richtig lustig zu sein und das tut sie sehr oft, dann schmeißt man sich einfach nur noch weg vor Lachen. Also mir ging es jedenfalls so und da Humor eh von Mensch zu Mensch verschieden ist, kann ich hierbei ja nur mich beurteilen. Nein aber echt, für mich war Hajime no Ippo manchmal schon besser als jeder Comedy-Anime, was vielleicht nicht zu viel heißen will, die Serie aber schon extrem unterhaltsam macht. Weil es gab Folgen da bin ich wirklich fast verreckt vor Lachen und das schaffen Anime eigentlich sonst nie bei mir. Ich würde die Serie sogar wirklich schon alleine deswegen weiterempfehlen wollen, also solange man nichts gegen ein wenig Männerhumor einzuwenden hat. Hajime no Ippo gewinnt hier also ganz klar.

4.2 Motivation
Hierbei ist die Motivation gemeint, die die Serie einem gibt, sie weiterzuverfolgen. Ich weiß das ist auch wieder sehr subjektiv und die meisten werden sich fragen, warum braucht man überhaupt einen extra Motivationsschub, um eine gute Serie weiterzuschauen? Tja nur manchmal ist es einfach so, dass man nach einer Folge nicht unbedingt sofort die nächste schauen möchte und die Serie dann vielleicht mal ne Zeitlang pausiert. Ist sowas dann in jedem Fall etwas extrem Schlechtes? Nein, aber ich meinte ja sowieso schon, dass keine der beiden Serien schlecht ist. Es geht hierbei nur darum, welche Serien in einem direkten Vergleich besser ist. Wie sehr motivierten mich beide Serien also? Das hat natürlich sehr viel mit den Charakteren, der Handlung und dem Build-up der einzelnen Kämpfe zu tun. Und welche Serie hat hierbei ganz klar die Nase vorn? Ganz klar Ashita no Joe. Ich meine versteht mich nicht falsch, Hajime no Ippo hat Kämpfe die 2-3 Folgen dauern und während dieser Folgen würde man NIEMALS pausieren. Diese muss man wirklich am Stück schauen, weil sonst hält man es gar nicht mehr aus. Ebenso ist die Serie gut darin, einem die kommenden Kämpfe Schmackhaft zu machen. Trotzdem ist Ashita no Joe hier noch etwas ganz Eigenes. Weil in beiden Staffeln hat Joe mehr oder weniger ein direktes Ziel vor Augen und solange dies nicht erfüllt ist, will man eigentlich überhaupt nicht aufhören die Serie zu gucken. Alleine schon, weil die Charaktere halt so toll sind und selbst „random“ Begebenheiten zwischen den Kämpfen verdammt awesome sein können. Von daher ist die Motivation weiterzuschauen eigentlich schon immer ziemlich groß. Ashita no Joe bot für mich also etwas mehr Motivation als Hajime no Ippo, was ich auch wirklich sehr unregelmäßig und in einigen Abständen geschaut hatte, eben genau wegen der manchmal fehlenden Motivation.

4.3 Pacing
Hiermit ist praktisch das Zeitmanagement der Serie und der einzelnen Folgen gemeint. Ach und ja ich weiß, dass es eigentlich ein wenig cheating ist, aus Motivation und Pacing zwei Punkte zu machen, da sie vieles gemeinsam haben. Trotzdem empfand ich beides in den Serien unterschiedlich und ganz ehrlich, ich musste ja auch 3 Punkte vollkriegen. Denn ja, ich fand Ashita no Joe zwar motivierender, doch das Pacing fand ich schlechter als in Hajime no Ippo. Wie das? Das hat was mit der Story zu tun. Ashita no Joe hat für mich die bessere Story, weswegen man eher weiterschauen möchte. Trotzdem fühlt sich das Pacing der Folgen dann nicht immer optimal an. Einige Story-Abschnitte der Serie waren einfach zu langatmig und es passierte recht wenig. Ganz besonders am Ende von Staffel 1, wo es wirklich schon grausig wurde. Hajime no Ippo hingegen fühlte sich innerhalb der Folgen niemals so an. Ja zwischen zwei coolen Kämpfen lagen mal ein paar Comedy-Folgen, die anzufangen etwas weniger motivierte, doch wenn man sie dann mal anfing, waren sie immer verdammt unterhaltsam und fühlten sich niemals zu lang oder langsam an. Also sagen wir jedenfalls fast nie. Hajime no Ippo ist in meinen Augen also eher eine Serie mit gutem Pacing und Ashita no Joe an einigen Stellen zu langsam. Deswegen kann ich den Punkt guten Gewissens an Ippo geben.

Somit gewinnt Hajime no Ippo also die 4. Disziplin mit einem 2:1, womit es nun also in die alles Entscheidende Runde geht. Wie könnte man diese zwei Serien aber auch besser vergleichen, als an Hand ihrer:

5. Die Kämpfe

Hierbei werde ich auf Build-up, Qualität und Spannung eingehen.

5.1 Build-up
Überrascht es noch irgendwen, wenn Ashita no Joe hierbei ganz klar mein Favorit ist? Ich meine ich hatte ja schon mehrfach erwähnt, dass die Serie sehr stark von ihrem Build-up zu gewissen Kämpfen lebt. Speziell natürlich der große Fight zwischen Joe und Rikiishi. Doch auch davor und danach ist die Serie meisterhaft darin, einem die Kämpfe schmackhaft zu machen. Hajime no Ippo kann dies zwar auch, doch halt einfach nicht ganz so gut. Besonders da man die Kämpfe die man WIRKLICH gerne sehen würde, bisher noch nicht zu sehen bekam. Von daher kann ich sowas also kein gutes Build-up nennen, da das Ergebnis eben noch gar nicht eingetreten ist und selbst wenn ich das zählen würde, würde Joe trotzdem noch gewinnen. Weil selbst Random-Gegner kriegen bei Joe solch eine coole Story, dass die Spannung auf die Kämpfe einfach riesig ist. Ich sagte ja schon Ippo sei auch gut darin, seine Random-Gegner nicht zu random aussehen zu lassen und ich bleibe auch dabei. Jedoch schafft die Serie eben auch nicht mehr als das. Sie schafft es nur, dass die Gegner, die eigentlich random sind, nicht random wirken, einfach, weil wir etwas über sie erfahren und sie ihre eigenen Gründe haben, den Kampf gewinnen zu wollen. Bei Ashita no Joe kommt dies aber einfach als mehr rüber. Einfach, weil die Charaktere interessanter ausgearbeitet sind. Es ist einfach mehr als: Okay ich will gewinnen, weil ich einen guten Grund habe und mehr: Okay ich werde gewinnen, weil ich einfach Hammer awesome bin oder weil ich voll die krasse Vorstory habe, was mich superstark macht.

5.2 Qualität
Dies dürfte wohl für viele ein ganz wichtiger Punkt sein, doch auch hier kann ich eigentlich so ziemlich auf das aufbauen, was ich vorher im Artikel schon erwähnt hatte. Weil was macht die Qualität einer Kampf-, Actionszene aus? Bei Anime wohl ganz klar die Darstellung, sprich Animationen, Zeichenstil und Musik. Denn ein gutes Zusammenspiel dieser Faktoren ist es, was eine Actionszene sehenswert macht. Welche der zwei Serien konnte hierbei Punkten? Genau, Hajime no Ippo. Ich mein ich würde wirklich niemals behaupten, dass die Kämpfe in Ashita no Joe nicht verdammt awesome wären. Weil ich meine alleine der Kampf gegen Rikiishi war praktisch eine 3 Folgen lange Big Scene für mich und auch die anderen Hauptkämpfe der Serie sind in meinen Augen richtig gut, doch man muss einfach bedenken, dass auf der anderen Seite Hajime no Ippo steht. Und meine Fresse, ich glaube ich habe in meiner gesamten Anime-Karriere praktisch nichts cooleres gesehen als Hajime no Ippo Fights. Vielleicht nicht mal unbedingt die Kämpfe von Ippo selbst, doch das ist hierbei ja unwichtig. Weil alter die Titelkämpfe in der Serie sind einfach nur so unfassbar Hype, da kommt so gut wie gar nichts ran. Denn hier kann die Serie einfach total ihre Stärken ausspielen. Die Leute die daran arbeiten wissen einfach, wie man Bewegungen in einem Kampf megacool darstellt und dazu dann noch dieser phänomenale Soundtrack. Wie gesagt, ich habe wohl so gut wie niemals etwas cooleres gesehen und ich schätze es gibt locker 4-5 Fights in der Serie, die zur Hälfte nur aus Big Scenes bestehen. Und wir reden hier von Kämpfen, die eigentlich immer mindestens zwei Folgen lang laufen. Wie sollte da also auch nur irgendetwas mithalten können? Ganz einfach, es ist unmöglich und deswegen unterliegen hier selbst die Hype-Kämpfe aus Ashita no Joe.

5.3 Spannung
Ha, wie passend dieser letzte Punkt doch ist. Denn hier wird es nun wirklich spannend, da es bisher unentschieden bei den beiden Serien steht. Die letzte Frage die ich mir also stelle ist, welche der Serien hat spannendere Kämpfe. Hm, wenn ich ehrlich sein soll, ist dies keine leichte Entscheidung. Denn ist die Frage nach der Spannung nicht auch irgendwie sehr stark von der Person selbst abhängig? Weil der eine wird sich einfach sagen: Pfff, der Mainchar wird sowieso gewinnen, ganz egal was mir die Serie erzählt. Jemand anders wird sich jedoch eher dazu breitschlagen lassen, an die Niederlage eines Mainchars zu glauben, solange der Kampf schwer genug erscheint. Also sollte ich vielleicht darauf achten, in welcher Serie Maincharaktere öfters verlieren, weil man hier dann von mehr Spannung sprechen darf, da die Erfahrung dem Zuschauer sagt, dass der Kampf wirklich nach beiden Seiten ausgehen könnte? Irgendwie fühlt sich dies richtig an, jedoch nicht komplett richtig. Vielleicht sollte ich doch einfach danach entscheiden, bei welcher Serie ich persönlich die Kämpfe spannender fand. Wobei da irgendwie das Gleiche bei rauskommen würde, wie bei der Überlegung zuvor. Was wohl auch kein Wunder ist. Nach dieser Logik muss ich dann also den Punkt an Hajime no Ippo geben. Denn hier kämpfen viel mehr Charaktere, als nur der Protagonist selbst und diese können dann natürlich auch wirklich mal verlieren. Doch nicht nur das, auch die Kämpfe von Ippo selbst wirken manchmal ziemlich spannend. Manchmal so sehr, dass es einem sogar schon übertrieben vorkommt. Weil er dann halt ständig in Gedanken hypen muss, wie stark seine Gegner sind und er ja eh gar keine Chance hat. Außerdem darf ich ohne spoilern zu wollen in jedem Fall behaupten, dass Ippo nicht ungeschlagen innerhalb der Serie ist.

Somit gewinnt Hajime no Ippo also knapp die letzte Disziplin mit einem 2:1 und geht somit mit 3:2 siegreich aus dieser Gegenüberstellung hervor. Vor dem Fazit werde ich mich übrigens passend dazu noch kurz einem Gedankenexperiment widmen, was meiner Ansicht in solch einem Artikel einfach nicht fehlen darf. Nämlich wer einen direkten Zweikampf im Ring gewinnen würde, Ippo oder Joe.

6. Bonusrunde: Zweikampf
Wer würde meiner Meinung nach also gewinnen, würden sich die beiden im Ring gegenüberstehen? Ich behaupte ja dies ziemlich genau voraussagen zu können, nachdem was ich aus der Serie und den Kämpfen über die Charaktere weiß. In jedem Fall wäre es ein verdammt epischer Kampf, der sich ziemlich ziehen würde. Denn beide Mains sind dafür bekannt, einen extrem starken Willen zu haben und egal wie oft sie zu Boden gehen, immer wieder aufzustehen. Joe würde auf jeden Fall seine no guard Technik einsetzen und somit einen harten Crosscounter gegen Ippo landen. Ippo würde die Chance auf jeden Fall warnehmen, da er gerade in späteren Folgen seine Kämpfe meist schnell entscheiden möchte. Mal abgesehen davon, dass ihm solch eine Taktik sicher gar nicht in den Sinn kommen würde. Speziell da Joe sich ja nicht nur ein oder zweimal, sondern sonst wie oft treffen lässt, bevor er dann den Crosscounter loslässt. Ein weiteres Mal würde dies jedoch sicherlich nicht funktionieren und Ippo würde bestimmt von seiner dempsey roll Gebrauch machen, um Joe ähnlichen Schaden zu verursachen. Dieser würde sich aber der Taktik anpassen und Ippo keine weitere Chance geben, ihn damit zu treffen. Besonders da Counter sehr gut gegen diese Technik sind und Joe dafür bekannt ist, die Taktik seiner Gegner schnell zu durchschauen und auch gegen diese zu wenden. Sprich am Ende würde sicher keine ihrer typischen Techniken alleine zum Sieg führen. Es würde eher drauf hinauslaufen, wem schneller die Power ausgeht. Ippo ist aus meiner Sicht definitiv der besser trainierte, wobei ihr Ausdauervermögen sicher ähnlich stark wäre. Jedoch werden am Ende die Erfahrung und die Herangehensweise den Unterschied machen. Ippo hat mehr Kämpfe in seiner Laufbahn bestritten als Joe und hat auch den besseren Schnitt was seine Siege angeht. Darüber hinaus ist Joe jemand der Kämpfe nicht gerne nach Punkten enden lässt. Er würde alles tun um ein K.O zu erreichen. Damit würde er wohl unvorsichtig werden und am Ende alles auf eine Karte setzen. Ich könnte mir richtig gut vorstellen, wie er am Ende Ippo dazu verleiten würde erneut seine dempsey roll zu nutzen, um diese mit einem Crosscunter zu erwidern. Dies würde ihm auch fast gelingen, würde Ippo nicht während des entscheidenden Moments seine Richtung ändern und Joe damit völlig überraschen. Dieser würde es zwar bestimmt noch schaffen irgendwie aus der Sache herauszukommen, weil sowas kann er einfach. Jedoch würde er sicherlich mit mehr Schaden aus der Sache herausgehen als Ippo. Wie schon gesagt Ippo ist besser trainiert und würde es zur Not eher auf ein Punktematch ankommen lassen. Ich schätze also der Kampf würde nach der letzten Runde enden und Ippo knapp nach Punkten gewinnen. Also entweder das, oder Joe würde es nochmal drauf ankommen lassen und einen K.O. einstecken. Neben der Taktik, den Persönlichkeiten und dem Training würde ich hier auch noch erwähnen, dass Ippo schon gegen Gegner gewonnen hat, die sehr ähnlich zu Joe sind. Einer seiner Gegner war ja sogar eine ziemlich direkte Anspielung an Joe. Deswegen kann ich mit gutem Gewissen behaupten, dass Ippo einen Zweikampf gewinnen würde.

Fazit:

Nach all dieser Rivalität nun aber noch ein paar versöhnliche Worte. Wie ich zu Beginn schon sagte, sind in meinen Augen beide Serien sehr gut. Trotzdem war der Gedanke eben mal interessant, beide direkt gegenüberzustellen. Gewonnen hat Hajime no Ippo, doch das heißt nicht, dass es für mich allgemein die bessere Serie ist. Denn beide Serien haben unterschiedliche Stärken und leichte Schwächen. Hajime no Ippo ist unterhaltsamer und sieht besser aus. Dafür hat Ashita no Joe aber die besseren Charaktere und den besseren Plot. Für mich persönlich sind Charaktere und Plot ja wichtiger, jemand anders könnten dann aber wieder die guten Animationen und ein awesome Soundtrack bei Ippo wichtiger sein. Ich würde wirklich nicht behaupten wollen, dass die eine Ansicht besser als die andere ist. Egal welche der beiden Serien man mehr mag, es macht seinen Geschmack oder sein Niveau nicht besser oder schlechter. Denn beide Serien sind verdammt gut und dann dürfen Geschmäcker gerne mal verschieden sein. Also solange mir dann jedenfalls keiner kommt mit die eine Serie ist besser, weil sie ein Klassiker ist oder die andere, weil sie neuer ist. Solche Sachen sind einfach Humbug. Beide Serien lohnen sich gleichermaßen gesehen zu werden und jeder muss selbst entscheiden, ob er eine, oder direkt beide schauen möchte. Ich würde natürlich beide jederzeit weiterempfehlen.

PS: Aus Gründen die mir nicht bekannt sind, bekommt mein Blog bei diesem Artikel die Bilder nicht anständig angezeigt. Ich bitte dies zu entschuldigen.

2 Gedanken zu “Hajime no Ippo vs. Ashita no Joe

  1. Yay, jetzt kann ich diese nervige “Erster!”-YouTube-Schleife starten!

    Zu Ashita no Joe kann ich noch kaum etwas sagen. Die ersten paar Folgen fand ich zäh, aber auch interessant, ich werde den Anime definitiv noch in diesem Leben beenden! Ippo 1 hingegen hat mir echt richtig gut gefallen, vom Aufbau der Handlung, bis hin zu den Charakteren und deren Beweggründen, dem Soundtrack und dem echt großen Unterhaltungswert, was an den genial eingebauten Slapstick-Comedy-Einlagen und den Kämpfen, bei denen ich teilweise richtig mitgefiebert habe, liegt.

    Was ich interessant finde, ist, wie du das Pacing in die Kategorie “Unterhaltungswert” zuordnest. Ich meine, ein zu langsames Pacing langweilt mich manchmal schon etwas, aber dennoch empfinde ich das Pacing eher als Story-Element und würde in das Storytelling einordnen (Wie schnell/langsam ist die Story erzählt?).

    Hier zwei Beispiele, um zu verdeutlichen, was ich meine:
    Wenn ich mich noch richtig an C3 erinnere, wurden viele Dinge sehr schnell überflogen oder nur oberflächlich behandelt. Die Geschehnisse haben sich ereignet und sind vergangen, ohne dass ich sie auf mich einwirken lassen konnte. Dennoch hat mich der Anime gelangweilt, weil er in Sachen Writing nicht wirklich gepunktet hat und mir der Inhalt nicht zugesagt hat. Sprich, trotz sehr schnellem Pacing waren die Folgen für mich eine Qual.

    Monster hingegen hat Passagen, die ewig dauern. Stellenweise vergehen mehrere Folgen, um einen NEBEN(!)charakter näher zu beleuchten. Das Ding ist aber, dass, trotz zu starkem Abdriften von der Hauptstory, trotzdem mein Interesse am Anime bestehen bleiben konnte. Die erweiterten Charaktere bekamen unglaublich viel Tiefe und der Anime blieb weiterhin interessant.

    Ansonsten hat mir der Artikel sehr gut gefallen, besonders die Struktur und der Inhalt haben sich echt gebessert.

  2. Ich finde deinen Artikel recht neutral verfasst. Du bist wenigstens auch mal jemand, der nicht Hajime no Ippo schlechtredet, nur weil er mit Ashita no Joe eine Serie entdeckt hat, die uralt ist und kaum jemand gesehen hat. Damit kann man sich schließlich reif und erfahren fühlen, wobei es sich dabei letztlich auch nur um ein Instrument zur Kompensation handelt. Prinzipiell kann ich dir also bei den meisten Punkten zustimmen.

    Der Drama-Aspekt ist etwas schwierig. Hier zeigt sich auch eigentlich der elementare Unterschied der beiden Serien. Sicherlich ist so gut wie in jedem ernstzunehmenden Werk in einer gewissen Weise Drama vertreten. Das ist immerhin ein Element zur Erzeugung von Spannung. Doch ist eben Joe eine Serie, die hier ganz klar den Fokus drauf legt, während Ippo eher dem Ganbatte-Genre zuzuordnen ist (und diese Spannung hauptsächlich durch adrenalingeladene Kämpfe hervorruft). Beides in Ordnung, erfordert aber eine andere Herangehensweise an die Bewertung, was viele Leute leider nicht verstehen.

    Hinzu kommt dann noch die Regie von Dezaki, die mir bereits bei Genji Monogatari: Sennenki ausgesprochen gut gefallen hatte und ein Werk aufzuwerten vermag. Der Staff von Ippo (MADHOUSE) ist zwar auch ziemlich gut, aber Dezaki verleiht Ashita no Joe mit seinem visuellen Stil schon eine künstlerische Note.

    Mein Liebling bei den Sportanimes bleibt zwar weiterhin Hajime no Ippo, weil mich die Serie einfach mehr begeistern konnte (Kämpfe, Nebencharaktere und deren Hintergründe, Pacing, Comedy usw.), aber es lohnt sich schon, Ashita no Joe eine Chance zu geben. Andererseits kann ich auch jeden verstehen, der die Serie schnell aufgibt, weil sie ihm zu zäh oder alt ist. Gut ist jedenfalls beides.

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