Movie Review: The Conjuring

Heute widme ich mich dann mal einem Horror Film, den ich vor kurzem gesehen habe. Denn falls ihr es noch nicht wusstet, ich bin ein großer Fan von Horror Filmen. Aus diesem Grund gehören viele Filme, die ich die letzten Monate gesehen habe, auch zu diesem Genre. Nur leider waren die wenigsten davon wirklich gut. Schlimmstes Beispiel hierfür wäre Troll Hunter, den ich am Wochenende sehen wollte und mir als Fan von Found Footage Filmen wärmsten empfohlen wurde. Leider war es am Ende aber nur ein grottenschlechter B-Horror Movie, der verzweifelt versuchte, sich als Found Footage zu verkaufen. Problem daran ist, dass Found Footage Movies nur gut sind, solange sie jedenfalls annähernd real wirken und da hilft ein unglaublich billiges CG Monster nun wirklich nicht. Aber auch sonst war der Streifen absolut unterirdisch und die schlechteste Kopie von Blair Witch Project, die ich bisher gesehen habe. Doch auch andere Filme mussten mich leider enttäuschen, wie der ebenso recht hochgelobte Film Fall 39. Ich meine okay der Film war nicht komplett schlecht und hatte einige wirklich gute Szenen, aber eben auch seine Probleme mit der Kontinuität. Außerdem gab es dämliche Jumpscares, die leider die Szenen, in denen sie vorkamen, komplett zerstörten. Mein Problem bei vielen Horror Filmen heutzutage ist, dass sie sich oft als nicht Horror Filme verlaufen wollen. Was das heißen soll? Ständig lese ich in den Beschreibungen und Kommentaren es wäre eine „andere“ oder „ungewöhnliche“ Art Horror Film. Sprich nicht die typische Art von Klischeehorror, wobei sie sich wohl meistens auf Slasher Filme beziehen. Was witzig ist, weil diese Art von nicht Standard Horror, ist jetzt scheinbar schon der neue Standard. Ich hätte ja kein Problem damit, wären diese Filme dann nicht oft einfach du öde und zählen für andere darum als Horror, weil sie 5 Jumpscares beinhalten, die natürlich alle schon im Trailer zusehen sind. Nach dieser Vorrede nun aber zum eigentlichen Film und ihr werdet gleich sehen, warum ich das hier vorweg erwähnen wollte.

The Conjuring ist ein Film, der klischeehafter nicht anfangen könnte. Eine Familie zieht in ein leerstehendes Haus ein und entdeckt einen zugemauerten Keller. Ich benutze klischeehaft hier jetzt übrigens keinesfalls negativ, denn nach all den „neumodischen“ Horror Filmen, die ich davor gesehen habe, war das hier wirklich mal wieder genau was ich sehen wollte. Der Film nutzt den Anfang auch sehr schön, um Build up für spätere Szenen zu machen. So spiele die Kinder zu Beginn verstecken, aber mit verbundenen Augen und die Versteckenden müssen dann immer in die Hände klatschen, um einen Hinweis auf ihren Aufenthaltsort zu geben. Wenn man das sieht, weiß man natürlich sofort, dass dies später nochmal relevant sein wird und ich muss zugeben, sie haben das dann wirklich für eine der besten Szenen des Films benutzt. Auch bekommt man direkt eine Vorstellung von der Aufteilung des Hauses, was ich auch sehr wichtig fand. Denn man sieht wo welcher Raum ist und dies bleibt dann den Film über auch so bestehen, was es einem als Zuschauer leicht macht, sich in jeder Szene des Films zu orientieren. Sowas finde ich nicht unwichtig, weil wenn ein Charakter dann nachts durch Haus geht, weiß man trotzdem immer wo er sich grad befindet und welche Tür z.B. wo hinführt. So weiß man dann halt auch sofort okay, die Tür dort, die einfach mal Random offensteht, führt zum Keller oder der Raum dort oben links hat den creepy Kleiderschank. Außerdem lernen wir auch gleich noch etwas über die Charaktere. Ich meine diese „klischeehafte“ Anfangsszene bot mir schon mehr, als die meisten anderen Horror Movies in ihrer gesamten Laufzeit. Wie schon gesagt entdeckt die Familie dann diesen zugemauerten Keller und wie zu erwarten war, bedeutet dies natürlich nichts Gutes. In den folgenden Nächten haben die neuen Bewohner des alten Hauses selbstverständlich unerklärliche und schaurige Begebenheiten, die aus meiner Sicht wirklich gut inzensiert werden und am schönsten alles ohne dämliche Jumpscares, die einen aus der Situation reißen. Denn es gibt zwar welche, aber diese machen dann auch wirklich Sinn. Was ich damit meine? Oft kommen Jumpscares total Random vor, damit das Publikum nicht einschläft und das Ganze als Horror bezeichnen darf. In 90 % der Fälle entpuppen sich diese Jumpscares aber als nutzlos, da den Charakteren eigentlich gar nichts schlimmes wiederfährt. Sie erschrecken sich nur vor einem lauten Geräusch wie einem Hund, weil sie jemand erschrecken will oder weil das Telefon/Handy klingelt. Hier machen die Scares aber Sinn, denn sie haben das passende Build up und sind für die Charaktere und auch Zuschauer keineswegs nutzlos. Eben weil dort wirklich etwas passiert, was einen dann zu Recht erschreckt. Man fühlt sich 2 Sekunden danach nicht sofort betrogen, sich wegen nichts erschreckt zu haben.

Wie gewohnt versucht die Familie die Begebenheiten erst noch zu ignorieren, bis sie dann aber zu heftig werden und sogar mal sinnvoll darauf reagieren. Wartet mal, Leute in einem Horror Film die sich nicht wie die letzten Idioten verhalten? Kann es das wirklich geben? Ja ich finde in diesem Film verhalten sie sich nach einiger Zeit wirklich nachvollziehbar. Weil sie verbringen die Nächte dann nur noch gemeinsam in einem Raum und verriegeln über Nacht alle Türen. Man könnte natürlich sagen warte mal, die bleiben in dem Haus? Tja sie haben halt nicht wirklich eine andere Wahl. Sie haben ihr altes Haus verkauft und wo sollen sie mit ihrer großen Familie sonst hin? Außerdem heißt es später sowieso der Geist würde sie verfolgen und umziehen somit nicht helfen. Also können sie für die Story auch gleich dableiben, ohne, dass es absolut sinnlos erscheint. Aus Verzweiflung wendet sich die Familie dann an ein Paar, was sich auf solche paranormalen Fälle spezialisiert hat, womit der Film dann erst recht interessant wird. Hier merkte ich dann auch erst, dass dieser Film dabei ist, ein eigenes Cinematic Universe aufzubauen oder sogar schon Teil von einem ist. Weil seitdem Superhelden Movies das machen, muss es das ja in jedem Filmgenre geben. Man sieht halt direkt so einen Raum voller verfluchter Gegenstände, wo sie besonders auf die Puppe aus Annabelle eingehen. Ich meine die Puppe sieht man sogar auf dem Cover zu diesem Film hier. Das witzige ist halt, dass ich über den Film Annabelle immer nur das aller schlechteste gehört habe und nun kommt sie in einem anderen Film vor, den ich gut finde? Irgendwas muss da doch falschlaufen. Stellte sich halt heraus, dass Annabelle erst nach diesem Film hier produziert wurde und dann auch einen anderen Regisseur hatte. In jedem Fall gibt es aber noch mehr Horror Filme, die im gleichen Universum spielen wie dieser hier, was ich sehr interessant fand.

Dieses Paar hilft dann jedenfalls der Familie mit ihrem verfluchten Haus und ich finde es cool, wie es heißt, die haben mehr als nur einen Geist dort. Der Ort hat nämlich eine richtig lange Story von tragischen Ereignissen und darum wimmelt es dort nur so von Geistern. Was dann halt auch erklärt, warum viele verschiedene Dinge gleichzeitig ablaufen, was ich sehr abwechslungsreich fand. Weil im Endeffekt wirkte der Film auf mich fast wie ein best of für unterschiedliche Horror Genres, die zwar alle für sich absolut typisch sind, zusammengeworfen in einem Movie aber für verdammt gute Unterhaltung sorgen. Wir haben das Kind was einen Geister Freund hat, einen verfluchten Gegenstand, einen verfluchten Keller, Geister die Leute mit ihrer tragischen Vergangenheit konfrontieren wollen, Geister die scheinbar einfach nur Leute trollen wollen, Geister die jemand anders kontrollieren und am Ende sogar noch einen Exorzismus, weil kommt schon, sowas darf niemals fehlen. Das einzige was mich wirklich gestört hat am Film, sind die Szenen, die irgendwie nirgendwo hinführten. Weil das ist halt der Nachteil an Filmen, die Teil eines Cinematic Universes sind. Sie müssen immer Szenen beinhalten für spätere Filme oder Spin-offs. So gibt es in diesem Film halt eine Szene mit besagter Annabelle, die dann einfach nicht mehr weitergeführt wird und auch keinen echten Sinn macht. Ich meine die wollen mir erzählen, dieser Typ, der sich dauerhaft mit paranormalen Fällen beschäftigt und einen Raum voller verfluchter Gegenstände besitzt, lässt seine Tochter alleine (Okay die Oma war noch da, nur die schien in einer speziellen Szene nicht mal zu existieren) zu Hause, ganz in der Nähe dieses Raumes? Und dann kommt er nach Hause, der Raum ist aufgeschlossen und sieht noch wie seine Tochter fast von einem fliegenden Stuhl erschlagen wird, reagiert darauf aber praktisch null? Ich meine seine Tochter sagt ihm sogar Annabelle hat das gemacht und er geht nur in den Raum und denkt: Oh die Puppe ist ja noch eingesperrt, ist unmöglich, die konnte von da was abziehen, weil pfff, Puppen in denen Dämonen leben, können doch nicht einfach so Schlösser öffnen und sich wieder zurückwarpen. Die Szene existierte halt wirklich nur für den kommenden Film Annabelle und machte hier gar keinen Sinn. Ist ja nicht so als hätte die Familie nicht genug Geister in ihrem Haus, mit denen sie noch ne Szenen hätten bringen können stattdessen. Ebenso passiert seiner Frau später im Film noch etwas, worauf dann nie wieder eingegangen wird, obwohl man genau weiß, das wird noch mal relevant sein. Was dann sicher einfach Build up für Conjuring 2 sein wird. Ich sag mal ich beschwere mich mal lieber nicht zu sehr über diese Stellen, weil sie waren jedenfalls anständig inszeniert. Trotzdem bleibt die Tatsache aber bestehen, dass sie keinen wirklichen Sinn im Film hatten, anders als andere Filme aufzubauen. Das ist aber auch schon so ziemlich alles an harter Kritik, die ich dem Film geben kann. Alles andere war bis auf Kleinigkeiten ziemlich gut. Jedenfalls für einen Horror Film, was ja genau das ist, was ich hier sehen wollte.

Fazit:
Zum Glück mal keiner der „untypischen“ Horror Filme, sondern viel mehr einer, der so gut wie alle Elemente klassischer Horror Filme in sich vereint. Mir scheint der Regisseur ist ebenso wie ich ein Fan solcher Filme und bietet nun praktisch seine Neuinterpretation dieser Dinge an, in dem er sie alle zusammenwirft, um sein ganz eigenen Horror Universum zu erschaffen. Ich bin nicht hier um zu sagen deshalb seien nun alle seine Filme direkt ein must watch, besonders da man von einigen nicht viel Gutes hört. In jedem Fall kann ich aber behaupten, The Conjuring ist ein echt gut gemachter Horror Film, wenn man mal von den Szenen absieht, die nur da waren, um spätere Teile zu „promoten“. Wie gut diese anderen Teile sind, werde ich in jedem Fall noch in Erfahrung bringen und wenn dies gewollt ist, dann auch wieder darüber berichten. Also sollten sich unter meinen verbleibenden Lesern Leute befinden, die sich für so etwas interessieren. Wenn ja, dann dürfen sich diese gerne mal in den Comments äußern. Ich würde diesem wirklich guten Horror Film, nach Abzug des unpassenden Build ups für spätere Filme, und einigen kleinen Schnitzern, die halt auf die Klischees zurückzuführen sind, die hier gebracht werden, noch gute 7/10 Punkte geben und ihn definitiv jedem Fan klassischer Horror Filme weiterempfehlen.

Ein Gedanke zu “Movie Review: The Conjuring

  1. @Shino

    Hab den Film auch gesehen und muss in einigen Punkten widersprechen, da wenn man den Filmen mit einigen anderen ablegern des Gernes vergleicht weist the Conjuring einige schwächen auf die schon sehr das Bild trüben können. Ich beziehe mich hier auf den Vergleich mit dem Film Sinister.

    Achtung: Der Vergleich kann Spoiler enthalten.

    Zwar beginnt bei beiden Filmen der Anfang gleich bei beiden zieht eine Familie in ein haus. Nur hab ich bei Conjuring keinen Nachvollziehbaren Grund gesehen. Bei Sinister hingegen ist in dem Haus ein echter Mord passiert, welchen man auch direkt am Anfang sehen kann, und der Vater der Familie wieder ein Erfolgreiches Buch schreiben möchte. Sprich bei Conjuring fehlt die Rahmenhandlung, was dafür gesorgt hat, dass ich die meisten (alle) Charaktere nach dem Ende des Filmes direkt wieder vergessen habe.

    The Conjuring ist zwar besser inszeniert als Sinister, aber dafür finde ich ist die Inszenierung, wenn man es übertreibt, was bei The conjuring stattfand, eher ein Atmosphäre killer. Sinister ist weniger Inszeniert, hat auch leisere Stellen, diese werden aber wiederum richtig gut genutzt. z.B. wenn die Super 8 Filme ins Spiel kommen, was mich nun zum Sound bringt.

    Soundtechnisch sind Cristopher Young und Jospeph Bishara auf Augenhöhe. Beide haben einen Soundtrack hingelegt, der sich durchaus sehen lassen kann. Nur finde ich ihn bei Sinister samt den lizenzierten tracks mehr on point, da der Film sehr oft leise stellen hat, wo man sich einfach besser auf den Soundtrack und das Ambiente konzentrieren kann. Siehe die Szenen mit den Super 8 Filmen.

    “Oft kommen Jumpscares total Random vor, damit das Publikum nicht einschläft und das Ganze als Horror bezeichnen darf”

    Ich sehe das eher als negativen Punkt an. Wenn ein Film nicht von Anfang an einen Spannungsbogen durch beispielsweise Atmosphäre aufbauen als auch halten kann und deswegen auf Jumpscares zurückgreifen muss ist es für mich ein ganz klarer knick in der Qualität des Filmes.
    Bei sinister gibt es zwar auch Jumpscares diese aber sind a) besser platziert und b) weitaus weniger und von einer Hand abzählbar und c) dazu da um zu sagen: “es gibt sie”.

    Dementsprechend halte ich persönlich Sinister für den besseren Horrorfilm und würde diesen eher Empfehlen als Conjuring. Das Problem bei sinister ist eigentlich nur die hauchdünne Handlung und die Tatsache, dass der Film seine stärken erst dann richtig ausspielt wenn man ihn auf einer Heimkinoanlage mit großer Leinwand und Surround System anschaut. ^^

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