Wie gut war Houseki no Kuni?

Houseki no Kuni oder für andere auch Land of the Lustrous, oder für mich einfach nur Kristallärsche, war für mich die meiste Zeit der Season über nicht sehr viel mehr, als eine 3D-Show mit niedlichen Mädels, und immer mal wieder einigen guten Actionszenen. Mir kam es auch nie so vor, als sei die Serie für irgendjemanden mehr als das. Nun wo die Serie aber vorbei ist, bietet sich mir ein ganz anderes Bild. In den letzten Tagen hörte ich öfters, es wäre das Anime der Season und vielleicht sogar des Jahres gewesen. Damit beziehe ich mich jetzt erst einmal nur auf die Meinungen, nach denen ich nicht extra gesucht habe, sondern die mir so schon auf Twitter oder YouTube sofort entgegengesprungen kamen. Auch ich habe inzwischen die letzte Folge der Serie gesehen und musste feststellen, das Ende war wirklich besser als erwartet und ließ mich mit einem positiven Eindruck zurück. Einfach weil die Serie mir in der letzten Episode zeigte, dass sie wusste, worauf es ihr ankommt und sie auch genau dies wirklich gut umgesetzt hat. Nur wo kamen jetzt auf einmal diese superpositiven Meinungen, ich würde sogar schon sagen Hype her? War die Serie in Wahrheit viel besser, als es mir die ganze Zeit über bewusst war? Besonders halt, wenn ich bedenke, wie gut gemacht ich das Ending fand? Aus Interesse suchte ich also nach mehr Meinungen zu der Serie und stieß auf immer mehr Hype und mehr Leute, die meinten, es wäre für sie das Anime des Jahres gewesen. Und bevor jetzt jemand meint das könnte man mit jeder Show machen der irrt. Ich hatte es letzte Season versucht und auch wenn da viele zu Recht Made in Abyss gehyped haben, fand ich so gut wie nichts zu anderen Serien. Denn ich denke mal in einer Sache wird mir jeder zustimmen, es gibt pro Season nicht sehr viele Anime, die wirklich geyhped werden.

Jetzt könnte jemand auch sagen nur weil es beliebt ist die Serie zu hypen, macht es sie noch längst nicht gut und warum sollte ich nur auf Grund dessen rückblickend meine Meinung zu der Serie in Frage stellen? Wie gesagt zum einen wegen dem unerwartet guten Ende und zum anderen halt auch was Leute dazu sagten, warum sie die Serie für so gut halten. Weil klar es gibt diese Serien, wo man einfach erkennt warum sie gehyped werden, auch wenn sie eigentlich nicht besonders gut sind. Bei Houseki no Kuni fiel es mir jedoch schwerer das zu sehen. Weswegen ich mir dann ernsthaft die Frage stellen musste, wie gut war die Serie denn nun? Weil wird sie aus den falschen Gründen gehyped oder ist doch mehr dran an der Sache? Ich bin mir nicht einmal sicher, ob ich nun inzwischen die perfekte Antwort darauf gefunden habe, oder ob diese überhaupt existiert, aber ich will trotzdem gerne mal laut über dieses Thema nachdenken dürfen. Beginne ich mal damit, was viele als Argumente gaben, die Serie so gut zu finden, also jedenfalls bei den Leuten, die mir überhaupt Argumente dafür gaben. Was ich sehr oft hörte ist, dass viele den ungewöhnlichen 3D-Stil der Serie mochten. Leider fällt dieses Argument bei mir aber maximal in die Kategorie: Sowas kenne ich noch nicht, also ist das awesome oder aber auch: Das ist neu also cool. Was ich auch ganz oft hörte war: Die Serie konnte meine Erwartungen total übertreffen. Für mich sind dies alles Argumente von Leuten, die einfach noch keine 3D Anime gewohnt waren. Oder aber die aus Prinzip davon abgeschreckt waren. Ich denke jeder kennt es, dass eine neue Sache zum ersten Mal zu erleben, subjektiv immer besser wirkt. Aus diesem Grund hängen ja auch praktisch alle Leute für immer an den ersten Anime, die sie mal gesehen haben. Darum bewerten auch Neueinsteiger fast immer alle Anime sofort übertrieben hoch. Für viele war Houseki no Kuni halt das erste 3D-Anime. Ich denke diese Annahme ist definitiv berechtigt, denn das einzige andere wirklich bekannte 3D-Anime was mir einfiele ist Kemono Friends, was einfachen grauenvoll aussieht. Ich meine okay im Vergleich dazu sieht einfach alles genial aus. Womit ich jetzt aber keines Wegs sagen will, dass Houseki no Kuni nicht überdurchschnittlich gut aussah. Nur es war halt auch nicht mehr als das. Es war keine echte Revolution in der Industrie oder sowas. Nur wenn es für den einen oder anderen die erste Serie dieser Art war, kann ich verstehen, dass man dies denkt.
Genau wie einige Leute bis heute glauben, Sephiroth wäre der erste und einzige Gegenspieler der in einem RPG gewesen, der einen spielbaren Charakter töten dufte.

Werte ich damit nun also alle Lobpreisungen an die Darstellung der Serie ab mit: Die wissen es einfach nicht besser? Nein das ist nicht meine Absicht. Ich finde selbst, dass die Serie wirklich überdurchschnittlich gut aussah und der Look der Chars auch etwas sehr Eigenwilliges an sich hat. Trotzdem war es nicht gut genug, dass ich alleine deswegen sagen könnte die Serie sei gut gewesen. Weil eine Serie ist sehr viel mehr als wie sie aussieht. Ja auch die Animationen in den Actionszenen sahen gut aus, nur ganz ehrlich, alles andere wäre auch lächerlich gewesen. Weil 3D Modelle zu bewegen ist sehr viel einfacher als Bewegungen mit gezeichneten Einzelbildern darzustellen. Heißt hätte die Serie das gleiche in 2D gemacht, dann wäre es sicherlich wirklich atemberaubend gewesen. So ist es eigentlich eher das, was man erwartet hätte. Denn die Charakterdesigns waren z.B. schlechter, als sie gezeichnet gewesen wären. Das ist sogar nicht mal nur eine bloße Vermutung, da es einen 2D-Trailer der Serie gibt, wo sie wirklich besser aussehen.

Ich kann es aber absolut nachvollziehen, wenn sie dann doch lieber den CG-Weg nehmen wollten. Trotzdem ist es dann alleine dadurch nicht viel besser für mich. Weil für die besseren „Animationen“, wurde halt ein Teil des Chara-Designs geopfert und wenn man das bedenkt, dann gab es eigentlich gar nicht wirklich genug Actionszenen, um dies vollkommen zu rechtfertigen. Klar es gab andere tolle Effekte, wie das auseinanderfallen der Mädels was in 2D sicher eine riesen Arbeit gewesen wäre, nur solche Dinge sind für mich dann eigentlich eher Kleinigkeiten. Praktisch jeder Anime hat solche Visuellen Stellen, wo wenn man sich komplett darauf konzentriert, viel Gutes drin finden kann. Nur diese Stellen alleine machen ein Anime nicht gut und eben schon gar nicht besser als andere, da wie gesagt fast alle Serien sowas haben. Einige halt mehr als andere okay, aber Houseki no Kuni hatte jetzt auch nicht unendlich viele solcher Stellen. Viel mehr bestand die Serie wirklich als jeder Menge Random Zeugs. Weil wenn man die guten Szenen überinterpretiert, müsste man gleiche bei den schlechten machen.

Was besonders interessant ist, wenn man bedenkt, dass sehr viele das Pacing der Serie loben. Weil ich meine ernsthaft, das Pacing der Serie soll gut gewesen sein? Ich meine die „Mainhandlung“ der Serie setzt wo in Folge 8 ein? Also man könnte vielleicht noch argumentieren etwas früher, aber auch nicht sehr viel früher. Weil was ist davor passiert? Phos ist moe, aber unfähig und andere Mädels bekämpfen Gegner. Dann gabs die Story mit der Schnecke und der Mermaid, die absolut nirgends hinführte. Alles was diese Story brachte war, dass Phos neue Beine bekommt, womit sie dann endlich mal den Mut hatte, auch zu kämpfen. Wirklich richtig in Fahrt kommen tut diese Entwicklung für mich aber erst, als sie im Winter loszieht und merkt, wie unfähig sie trotzdem weiterhin ist. Weswegen sie sich entschließt mit Absicht ihre Arme zu verlieren. Das war für mich der Punkt, wo ich mir sagte: Okay, da will die Serie also hin. Weil wie gesagt bis hier her war alles andere maximal Monster of the Week und Handlungsstränge, die ins Nichts führen. Wie kann man sowas bitte ein gutes Pacing nennen? Etwa weil es alle paar Folgen mal einen Fight gab? Das hat jede Monster of the Week Serie auch und da sagt man auch nicht, das Pacing wäre gut. Ich glaube viele verwechseln hier Pacing eher mit der Darstellung. Weil ja die Serie hatte in wohl jeder Folge seine visuell starken Szenen, aber dazu hatte ich ja schon was gesagt und man kann ja nun wirklich nicht das Aussehen der Serie überall positiv mit einbeziehen. Pacing beschreibt die Geschwindigkeit des Geschehens, also des Plots und diese war in der Serie mehr als langsam, wenn denn überhaupt vorhanden. Eben weil es all diese Handlungsstränge gab, die kein Ende fanden, sondern einfach mittendrin enden. Jedoch weiß ich schon, dass viele Leute Pacing einfach dafür benutzen um auszudrücken, dass die Serie sie dauerhaft unterhalten konnte. Ich muss auch sagen, ich hatte in der Serie nie das Gefühl, sofort einschlafen zu wollen, aber sowas setze ich bei einem Unterhaltungsmedium einfach mal voraus. Wirklich viel passiert ist aber fast nie in der Serie und gefühlte 50 % bestanden sowieso nur aus: Guckt mal wie niedlich die Mädels sind! Was lustigerweise kaum einer überhaupt mal positiv erwähnt hat. Dabei finde ich, dass dies einer der Hauptgründe war, die Serie überhaupt zu sehen. Denn das einzige was gut gepaced war, war dass es immer genug Szenen mit cute girls gab. Nur ganz ehrlich sowas will mir hier keiner als Qualität für die Serie des Jahres verkaufen oder?

So und nun zu der letzten Sache weswegen viele die Serie so gut fanden, die Charaktere. (Also ich ignoriere jetzt einfach mal das gehype zum voice acting). Diesen Punkt finde ich ebenfalls ziemlich interessant. Denn die Serie war ja praktisch ein Harem voller Mädels mit dem coolen Monk als Harem Halter. Und ja einige mögen mir jetzt erzählen, ja aber die Kristalle sind doch ungeschlechtlich! Dem kann ich nur erwidern, dass die Kristalle definitiv weiblich und attraktiv aussehen und der Monk hingegen definitiv männlich aussieht und scheinbar auch einige der Mädels verliebt in ihn sind. Von daher ist es vollkommen egal, was uns die Serie über das Geschlecht der Charaktere sagt, denn verhalten tun sie sich eindeutig weiblich und darüber hinaus gilt:

Auf jeden Fall finde ich es unterhaltsam, wenn Leute erklären wollen, warum sie die Charaktere der Serie so gut fanden. Weil ja ich mochte die Charaktere auch, aber das heißt nicht, dass es nun besonders gute Charaktere waren. Ich meine wie viele von ihnen hatten überhaupt groß Persönlichkeit? Phos hatte sicherlich am meisten und dann noch 2-3 andere wobei selbst diese stark auf wenige Eigenschaften beschränkt waren. Weil der Monk ist einfach da um cool zu sein und um sich um die Kristallmädels zu kümmern. Und er schläft manchmal einfach so ein und haut dann mit dem Kopf gegen die Wand. Was könnte man sonst über ihn sagen? Bolt ist eigenwillig und ein wenig arrogant, da sie einfach die stärkste von allen ist. Diamond ist moe und hält gerne ihren Arsch in die Kamera, weil Fanservice. Versteht ihr was ich sagen will? Die Chars der Serie sind nicht schlecht, aber absolut nichts Besonderes. Letzten Endes hat jeder Char einfach eine der üblichen Anime Persönlichkeiten und sie lassen sich einfach in niedlich, cool oder nachdenklich (emo) einteilen. Wir wissen nicht warum sie so geworden sind oder was ihre Ziele sind. Einzige Ausnahme macht hier Phos, da sie der Fokus der Serie ist.
Von Phos erfahren wir, dass sie gerne stärker werden würde, damit sie auch zu etwas gut ist. Dieser Wunsch ist die treibende Kraft der Serie und das, was man am ehesten als Plot der Serie bezeichnen könnte. Deswegen meinte ich ja auch die „Handlung“ kommt erst ab da ins Rollen, wo sie damit anfängt ihre Arme verlieren zu wollen. Anschließend ist sie nun stärker und somit hat sie ihr Ziel erreicht, womit die Serie eigentlich auch enden könnte und das tolle ist, das tut sie dann sogar wirklich. Also natürlich nicht ohne sie vorher noch ein wenig kämpfen zu lassen und Fragen aufzuwerfen, wie genau der Monk nun mit den Feinden in Verbindung steht oder was die Feinde nun überhaupt genau sind. Nur da dies wieder Stränge ohne klares Ende sind, empfand ich das eher als komplett Random. Warum ich nun von den Charakteren wieder zurück zur Handlung gekommen bin? Weil diese beiden Dinge in so starker Verbindung miteinanderstehen, dass sie eigentlich ein und das selbe sind. Vielleicht finden Leute sogar deswegen, dass die Handlung und die Charaktere gut sind. Wobei es jedoch nur eines von beiden sein kann. Denn genauso können die Animationen nicht gut sein, nur weil der Zeichenstil gut ist oder andersherum. Das Problem ist halt das einzige was die Serie wirklich an Handlung bietet, ist die Charakterentwicklung von Phos. Jedoch könnte man diese Entwicklung auch einfach darauf zurückführen, dass Phos ein liebenswerter und interessanter Maincharakter war, was sie für mich auf jeden Fall auch war. Also was ist es denn nun von beidem, Handlung oder Charakter? Wenn man sagt Handlung, dann waren die Charaktere der Serie sehr belanglos und wenn man sagt Charakter, dann war die Handlung der Serie so gut wie gar nicht vorhanden. Ihr seht also man kann nicht einfach beides zusammenschmeißen und sagen beides war gut. Für mich war es übrigens eher der gute Charakter von Phos, der auch den Großteil des Unterhaltungswert der Serie schaffte. Das hat jedoch wieder nichts mit Pacing zu tun.

Und genau das ist eben auch der Grund, warum ich und sicher so viele andere auch, das Ende der Serie so toll fanden. Denn die Serie beendet die Charakterentwicklung von Phos. Zum Schluss bleiben ja so viele Fragen offen, doch die Serie versucht nicht einmal mehr diese zu beantworten. Sie zeigen sogar, dass Phos kurz davor war etwas aus einem der Feinde herauszukriegen, nur danach macht sie einfach eine Kehrtwende und meint dies wäre der falsche Weg. Sie will ihren Sensei nicht hinterfragen, sondern vertraut ihm einfach wie alle anderen auch. Man könnte sagen sie ist von einem naiven Kind zu einer verantwortungsvollen Erwachsenen geworden. Dies wird am Ende auch noch perfekt dargestellt, als sie an ihrem alten Ich aus der ersten Folge vorbeigeht. Ich persönlich fand dies war echt die beste Szene der gesamten Serie, denn sie fängt perfekt die Entwicklung von Phos sein. Jedoch muss man sich einfach darüber im Klaren sein, dass die Serie mehr einfach nicht war. Es war ein Anime was CG nutze, da es in 2D sicher zu aufwendig gewesen wäre. Dies bringt Vor- und Nachteile mit sich. Auf jeden Fall sah die Serie aber gut aus. Sie sah nicht gut aus für ein CG Anime, sie sah einfach gut aus. Es gab coole visuelle Effekte. Trotzdem war es aber am Ende nicht mehr als eine moe Monster of the week Magical girl Serie. Maximal eine, wo die Main Charakterentwicklung durchmacht. Ich finde übrigens sogar die letzte Folge war gut darin, sich selbst zu beschreiben, nämlich in Form des letzten Mädels, was da noch kurz auftauchte. Weil für mich symbolisiert sie genau was die Serie war. Sie sieht an sich toll aus wegen ihren Haaren, jedoch ist sie innerlich zerbrochen. Weil ihr Körper sieht weniger toll aus, da dieser voller Löcher ist, wo nur notdürftig versucht wurde diese zu füllen. Das funktioniert auch eine Weile ganz gut und sie versucht sogar irgendwelche wichtigen Dinge von sich zu geben, doch dann bricht sie zusammen und die Serie redet einfach nicht mehr darüber. Ich glaube genau das ist es, was die Serie nun verhindern wollte, also das Zusammenbrechen, weil fast der komplette Plot fehlte. Also endet die Serie einfach ohne überhaupt zu versuchen, all die Dinge zu klären, die noch offen waren. Was ja eigentlich schon fast wieder genial ist. Weil war es nicht sowieso viel wichtiger, die letzten Folge noch mit ganz viel moe zu füllen? Noch zu zeigen, wie cute einige der anderen Mädels sind? Nur damit Phos dann ihre Entwicklung und somit auch die Serie abschließen kann? Also ich fand diese Lösung wirklich gut und deswegen fand ich eben auch das Ende gut und vielleicht findet deswegen jetzt auch jeder die Serie gut?

Wenn ja, könnte ich diese Erklärung sogar verstehen, jedoch nicht unterstützen. Jedenfalls nicht wenn es dann heißt, die Serie sei deshalb die beste des Jahres. Für mich ist es nicht einmal die Serie der Season, denn dieser Preis geht ohne jede Frage an Ballroom. Eine Serie, die einfach mal in allem besser war als Houseki no Kuni und das war jetzt sogar nur ein Beispiel, für eine Serie, aus diesem Jahr. Warum ist dies nun aber so? Haben Leute die besseren Serien dieses Jahres einfach mal wieder verpasst? Waren sie einfach nicht beliebt genug? Ich denke das wird ein sehr wichtiger Grund dafür sein. Dies in Kombination damit, dass es grad cool ist zu sagen, Houseki no Kuni war die Serie des Jahres. Dann halt noch das was ich am Anfang meinte mit das erste gute CG-Anime und wie ja alle Erwartungen der Leute übertroffen worden. Außerdem auch noch diese Sache, dass sehr viele Anime nur nach Charakteren und Design bewerten. Genau die beiden Dinge eben, in der die Serie überdurchschnittlich gut war.

Wie genau beantworte ich nun aber die Frage, wie gut war Houseki no Kuni? Ganz ehrlich es fällt mir weiterhin schwer das genau zu sagen, weil ich finde schon die Serie hat etwas geleistet. Sie ist definitiv nicht die erste Serie, die dauerhaft CG nutzt, welches nicht mies aussieht. Jedoch ist es eine Serie die es schaffte CG so einzusetzen, dass auch Mainstream Fans es annahmen. Was für mich besonders durch die Gesichter und die Haare der Chars erreicht wurde, was ihnen einfach ein sehr niedliches Aussehen gab. Ebenso schien die Serie sogar komplett mit Absicht einer echten Story aus dem Weg zu gehen. Stattdessen wurde sich lieber auf die Entwicklung von Phos konzentriert. Was ich eigentlich sogar okay finde. Weil wie gesagt ich glaube hätten sie es anders versucht, wäre die Serie am Ende einfach zusammengefallen und hätte einen üblen Nachgeschmack hinterlassen. So lassen sie lieber alles offen und führen nur das zu Ende, was ihnen wirklich wichtig war. Ich denke nun ist es an jedem selbst daran zu entscheiden, wie wichtig ihm diese beiden Punkte waren und ob man alle anderen einfach so ignorieren darf. Ich kann dies jedenfalls nicht, egal wie sehr ich das Ende mochte. Nur weil ich die Serie kritischer sehe, muss das aber nicht heißen, dass ich sie deswegen weniger mochte. Viel eher zeigt es, dass ich das was andere Serien besser machten, mehr zu würdigen weiß. Also für mich war die Serie gut in einigen Stellen und belanglos an anderen. Die guten Stellen überwogen aber, da die Serie hierdrauf mehr den Fokus legte. Trotzdem muss ich dann aber sagen, dass die Serie zu lang für das war, was sie umsetzen wollte und noch zu viel Platz für Belanglosigkeiten war, als dass ich die Serie gut nennen könnte. Für mich war die Serie nicht viel besser als Juuni Taisen, Blend S oder Just Because. Ich fand sie aber leicht besser als Magus Bride und Kino no Tabi, aber wie gesagt schlechter als Ballroom.

Natürlich dürfen Leute die Serie besser sehen als ich, aber Serie des Jahres? Tut mir leid aber damit macht ihr euch maximal lächerlich. Ich bin mir nicht mal sicher, ob die Serie es überhaupt in mein Top 10 des Jahres schaffen würde, aber wisst ihr was, das ist eigentlich ein gutes Stichwort. Denn ich will mal wieder einen Artikel mit meinen Top 10 Anime des Jahres machen, was ich dann auch tun werde. Alleine schon damit der eine oder andere dann vielleicht sieht, warum ich Houseki no Kuni nicht als Serie des Jahres bezeichnen kann.

Ein Gedanke zu “Wie gut war Houseki no Kuni?

  1. “Houseki no Kuni oder für andere auch Land of the Lustrous, oder für mich einfach nur Kristallärsche”
    Zunächst möchte ich anmerken, dass Kristallärsche der einzig Wahre Name dieser Serie ist.

    “Mir kam es auch nie so vor, als sei die Serie für irgendjemanden mehr als das.”
    Also ich habe schon beizeiten gemerkt, dass die Serie öfters als andere gehyped wurde. Also wenn man mal von Inuyashiki absieht. Wobei irgendwann ist der Inuyashiki-Hype verstummt und ab da wurde auch der Kristallärsche-Hype lauter. Ich finde das nicht mal eine schlechte Entwicklung.

    “Denn ich denke mal in einer Sache wird mir jeder zustimmen, es gibt pro Season nicht sehr viele Anime, die wirklich geyhped werden.”
    Ja wie auch? Es ist ja viel angesagter, einfach nur aktuelle Anime zu hassen.

    “Für mich sind dies alles Argumente von Leuten, die einfach noch keine 3D Anime gewohnt waren. Oder aber die aus Prinzip davon abgeschreckt waren.”
    Ja und wie ich schon in meinem Live-Artikel geschrieben habe, gab es längst vor Kristallärsche schon gutaussehende CG Anime und Ajin zum Beispiel hatte auch bessere Action und bessere Story (ob die CG besser war, kann ich nicht so pauschal sagen). Aber hat das irgendwer geschaut? Nein. Eigentlich müssten wir mal ergründen, warum überhaupt die Leute der Serie eine Chance gegeben haben, denn CG bringt viele ja schon vor dem ersten Blick auf die Anichart zum Ragequitten und der Trailer zur Serie war auch alles andere als hübsch.

    “Genau wie einige Leute bis heute glauben, Sephiroth wäre der erste und einzige Gegenspieler der in einem RPG gewesen, der einen spielbaren Charakter töten dufte.”
    Mal sehen wer mir da einfällt…hmmm…. mir fällt weder aus ToS noch ToAbyss jemand ein, ich gehe mal stark davon aus sowas gab es in Eternia. Ansonsten weiß ich noch von zwei Fällen, die ich aus Spoilergründen nicht aussprechen kann. Ich finde es übrigens ein wenig unfair, das Attribut “spielbar” anzuwenden, denn wenn man das nicht darauf eingrenzt hätte ich viel mehr Beispiele und es ist ja eigentlich die Gnade der Entwickler, wenn sie sterbende Charaktere einfach nicht spielbar machen.

    “Das ist sogar nicht mal nur eine bloße Vermutung, da es einen 2D-Trailer der Serie gibt, wo sie wirklich besser aussehen.”
    Ich finde ja, dass du den Trailer ein klein wenig überbewertest. Bis auf ein paar Blicke von Phos sieht das für mich nicht wirklich besser aus und man sieht auch echt hart, wie viel schlechter die Kämpfe in 2D ausgesehen hätten.

    “und wenn man das bedenkt, dann gab es eigentlich gar nicht wirklich genug Actionszenen, um dies vollkommen zu rechtfertigen. ”
    Das ist ein gutes Argument. Wenn man es so sieht bestand die Serie vielleicht zu 70% aus Moe Ärschen und zu 30% aus fights. Nur Über den 2D-Weg wäre es einfach nur wieder eine Moe-Serie von vielen gewesen (und dann nicht mal eine auf Kancolle oder Dog Days-Niveau). So hatte die Serie aber viel bessere Action als typische Action-Serien und das macht die Serie besonders.

    “Viel mehr bestand die Serie wirklich als jeder Menge Random Zeugs.”
    Ja, zum Beispiel das völlig random Horror-Segment wo Dia vor dem großen Monster wegläuft. Ich weiß bis heute nicht was diese Szene bezwecken sollte.

    “Weil wenn man die guten Szenen überinterpretiert, müsste man gleiche bei den schlechten machen.”
    Das habe ich dich schon mal sagen hören. Hast du Videos gesehen, wo Leute total viel in diese Szenen reininterpretieren oder sowas?

    ” Ich glaube viele verwechseln hier Pacing eher mit der Darstellung.”
    Sowas kann man verwechseln?

    Vielleicht meinten sie mit Pacing auch: Es gab keine Stellen, die mal nicht so unterhaltsam waren. Wo ich widersprechen würde.

    “Dabei finde ich, dass dies einer der Hauptgründe war, die Serie überhaupt zu sehen. Denn das einzige was gut gepaced war, war dass es immer genug Szenen mit cute girls gab. ”
    Ja und darin war die Serie auch wirklich gut.

    “Nur ganz ehrlich sowas will mir hier keiner als Qualität für die Serie des Jahres verkaufen oder?”
    Und deswegen müssen ja andere Gründe erfunden werden…

    “(Also ich ignoriere jetzt einfach mal das gehype zum voice acting)”
    Hmmm….wenn ich so drüber nachdenke, hat Phos’ Stimme gute Arbeit geleistet, definitiv. Aber ich bin eigentlich gewohnt, dass japanisches voice Acting gut ist. ich würde nicht sagen, dass es da große qualitative Unterschiede zwischen Serien gibt. Selbst die dümmste Harem-Serie hat meistens exakt dieselben Synchronsprecher wie richtig gute Serien.

    ” Von daher ist es vollkommen egal, was uns die Serie über das Geschlecht der Charaktere sagt”
    Eigentlich kann ich mich nicht erinnern, dass die Serie jemals gesagt hätte, die Mädels wären nicht weiblich. Würde man da nicht einfach per default annehmen, dass sie das Geschlecht haben, wonach sie aussehen? Wer hat das bitte behauptet, dass die Chars kein Geschlecht haben, ich kann mich wie gesagt nicht erinnern, dass die Serie das gesagt hätte (und warum sollte sie auch? “Achja übrigens, ich habe kein Geschlecht und du auch nicht und deswegen macht es überhaupt keinen Sinn das zu erwähnen weil wir dann gar nicht wissen könnten was ein Geschlecht ist.)

    “Wenn man sagt Handlung, dann waren die Charaktere der Serie sehr belanglos und wenn man sagt Charakter, dann war die Handlung der Serie so gut wie gar nicht vorhanden. ”
    Ich habe mich für letzteres entschieden und finde das auch ganz in Ordnung so. Aber das ist es dann eben: Es ist ganz in Ordnung, mehr nicht.

    “Denn die Serie beendet die Charakterentwicklung von Phos. ”
    Das weiß ich nicht, ob ich das so sagen würde. Wenn Phos nun das Geheimnis von Sensei erfahren würde, könnte das wiederum eine Entwicklung in Phos auslösen. Wirklich zuende ist eigentlich nichts gegangen, man kann aber sagen, dass Phos da angekommen ist, wo Phos zu Anfang hinwollte.
    Wobei auch das nicht stimmt, denn Phos wollte eigentlich einen neuen Job für Cinnabar finden und hat dies nicht richtig geschafft.

    “Weil für mich symbolisiert sie genau was die Serie war. Sie sieht an sich toll aus wegen ihren Haaren, jedoch ist sie innerlich zerbrochen. Weil ihr Körper sieht weniger toll aus, da dieser voller Löcher ist, wo nur notdürftig versucht wurde diese zu füllen. Das funktioniert auch eine Weile ganz gut und sie versucht sogar irgendwelche wichtigen Dinge von sich zu geben, doch dann bricht sie zusammen und die Serie redet einfach nicht mehr darüber. ”
    Wow das klingt ja auf einmal echt deep. Wie war das mit zu viel reininterpretieren?

    “Für mich ist es nicht einmal die Serie der Season, denn dieser Preis geht ohne jede Frage an Ballroom.”
    Richtig so!

    “Was für mich besonders durch die Gesichter und die Haare der Chars erreicht wurde, was ihnen einfach ein sehr niedliches Aussehen gab.”
    Und vor allem ein sehr auffälliges und besonderes. Wobei ich ja dachte jeder hasst übertrieben auffällige Anime-Frisuren.

    “Viel eher zeigt es, dass ich das was andere Serien besser machten, mehr zu würdigen weiß.”
    Ich finde das ist ein ganz großes Problem. Immer, wenn ich Argumente lese, warum eine gehypete Serie so gut sei, lese ich Argumente, bei denen ich denke: Ja, aber Serie X macht genau dasselbe, und sogar besser, und die mochtest du nicht. Ich finde das schrecklich, aber der Großteil der Anime-Fans gehen unfassbar inkonsequent mit ihren Bewertungen um, sodass Kritikpunkte für die eine Serie gelten und für andere wieder nicht, so wie es einem halt am besten in den Kram passt. Dadurch kann man einfach keine Bewertung ernst nehmen, da man davon ausgehen muss, dass die nächste Serie wieder völlig andere Maßstäbe bekommt. Die wenigen Leute, die das nicht machen, kann man an einer Hand abzählen.
    (Vielleicht mache ich das auch, aber wenn, dann ist es mir nicht bewusst. Ist jemandem schon mal so eine Ungerechtigkeit bei mir aufgefallen?)

    “Die guten Stellen überwogen aber, da die Serie hierdrauf mehr den Fokus legte”
    Das macht die Serie auch z.B. besser als Kino’s Journey, wo die weniger guten Stellen leider überwogen.

    “Denn ich will mal wieder einen Artikel mit meinen Top 10 Anime des Jahres machen, was ich dann auch tun werde. Alleine schon damit der eine oder andere dann vielleicht sieht, warum ich Houseki no Kuni nicht als Serie des Jahres bezeichnen kann.”
    Ein Artikel, auf den ich gespannt bin, schließlich mache ich sowas ja nicht und ich hab sowieso schon wieder das halbe Jahr vergessen. Es gab Ballroom, Abyss, und… was gabs nochmal im Sommer? War Re:Zero dieses oder Jahr oder im Letzten? Das ist schon so lange her.

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